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Opel-Aufsichtsrat trifft sich zur Krisensitzung

Im Ringen um die Zukunft von Opel kommt der Aufsichtsrat des Autobauers am Freitag zu einer Krisensitzung zusammen. „Wir haben eine Opel-Aufsichtsratssitzung am 27. Februar“, sagte Opel-Aufsichtsrat Armin Schild dem Handelsblatt. „Ich gehe fest davon aus, dass wir bis dann deutlich weiter sind und dem Gremium auch bereits erste Grundzüge des neuen Zukunftskonzeptes präsentieren werden.“ Das Wirtschaftsministerium hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass es ein neues Konzept bis Ende der Woche erwarte

„Ich denke, gerade die Insolvenz von Saab hat gezeigt, dass da ja auch eine Uhr abläuft“, sagte Schild, der Frankfurter Bezirksleiter der IG Metall ist. „Wir reden hier ja nicht über eine theoretische Situation, sondern über eine ganz praktische Bedrohung.“

Die Bundesregierung hat die Vorlage eines tragfähigen Sanierungskonzeptes zur Bedingung für eine Rettung des Rüsselsheimer Autobauers gemacht. Fieberhaft wird derzeit bei Opel an einem solchen neuen Konzept gearbeitet. Nach Worten des Opel-Aufsichtsrates sind bereits verschiedene Konzepte „relativ weit entwickelt“. „Wir brauchen jedoch für alles die Zustimmung der amerikanischen Mutter, weil sie direkt betroffen ist“, betonte das Mitglied des Kontrollgremiums. Schild warb in diesem Zusammenhang dafür, auf dem Weg in eine neue Unabhängigkeit von Opel „auch eine Phase von staatlicher Beteiligung zuzulassen, ohne dass wir uns in ordnungspolitische Grundsatzdebatten begeben“.

Nach Informationen aus Konzernkreisen hat Opels Finanzchef Marco Molinari die Federführung über die Arbeitsgruppen übernommen, die mit der Entwicklung des neuen Zukunftskonzeptes betraut sind Der Opel-Aufsichtsrat appellierte zugleich an den Mutterkonzern GM, jetzt auch ein Geschäftskonzept zuzulassen, aufgrund dessen dann die Politik auch Entscheidungen treffen kann. „Wir brauchen für alles die Zustimmung der amerikanischen Mutter, weil sie direkt betroffen ist“, betonte Schild. Das Opel-Aufsichtsratsmitglied hat aber nach eigenen Worten den Eindruck, „dass wir in den Vereinigten Staaten eine interne Auseinandersetzung um die Strategie haben, die uns im Moment in gefährlicher Weise blockieren könnte“. Denn das Konzept, Opel auf ein ultraschlankes Unternehmen herunterzustreichen, das funktioniere nicht. „Das zeigt auch das Beispiel Saab sehr schön“, sagte Schild. „Eine Nischenrolle für die Marke mit dem Blitz funktioniert nicht. Opel muss ein Massenhersteller bleiben.“

Die schwedische GM-Tochter Saab hatte am Freitag Insolvenz angemeldet und damit die Furcht vor einer Opel-Pleite weiter geschürt. Der angeschlagene US-Autobauer hatte vergangene Woche erstmals auch eine teilweise Trennung von seiner deutschen Tochter Opel in Aussicht gestellt. Das Management sei bereit, „über Partnerschaften und Beteiligungen mit Dritten zu verhandeln“, erklärten Opel-Chef Hans Demant, GM-Europa-Boss Carl-Peter Forster und Opel-Betriebsratschef Klaus Franz. Der US-Konzern wird voraussichtlich im Laufe dieser Woche seine Zahlen für das vierte Quartal des abgelaufenen Jahres vorlegen. Analysten rechnen mit tiefroten Zahlen für den Gesamtkonzern sowie für das Europageschäft, zu dem auch Opel zählt.

P2News

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