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Olympia – Mit jeder Sensation wachsen die Zweifel

Mit jeder Sensation wachsen die Zweifel

Geht das denn wirklich, was da abläuft? Kann der Mensch schneller schwimmen als der Fisch und schneller laufen als ein Zweirad mit Motor-Antrieb? Sind bei Olympia in Peking zwei Giganten von übermenschlicher Leistungsfähigkeit entdeckt worden, oder wurzeln ihre geradezu überirdischen Kräfte im Doping-Sumpf?

Einer wie Michael Phelps, der acht Goldmedaillen aus dem Schwimmteich fischte und dabei gleich siebenmal den Weltrekord unterbot, oder einer wie Usain Bolt, der trotz angezogener Handbremse
zum Königsthron der Sprinter stürmte und seine Konkurrenten wie Trimmtraber aussehen ließ, wären noch vor Jahren wie ein Mensch gewordenes Weltwunder bestaunt worden. Doch das unglaubliche, kaum zu erklärende Ausmaß ihrer Dominanz nährt die Skepsis, und mit jeder sogenannten Sensation wachsen die Zweifel.

Frei von Verdacht ist der Leistungssport nie gewesen. Aber spätestens seit Seoul ’88, seit der folgenschweren Affäre um den kanadischen Sprinter Ben Johnson, dessen Gold-Triumph im Chemie-Labor zu Stande kam, hat Olympia die Unschuld verloren: Unverbesserliche Fans nähern sich den „Helden“ als Fähnchenschwenker und Schulterklopfer, doch sonst ist überwiegend kritische Distanz
angesagt. Und zwar nicht allein gegenüber Michael Phelps oder Usain Bolt. Nicht allein gegenüber dem plötzlichen Leistungsschub der jamaikanischen Sprinter, die am Sonntag mit dem Dreifach-Triumph der
Frauen eine historische Marke setzten. Nicht allein gegenüber dem chinesischen Mirakel, das der Medaillenspiegel auf verblüffender Weise ausdrucksvoll reflektiert: Nein, der Grad des Misstrauens ist
so groß geworden, dass künftig vielleicht auch noch Zeitnehmer und Kampfrichter ins Zwielicht geraten könnten.

Diese eigentlich perverse Entwicklung geht auf ein Rekord- und Leistungsstreben zurück, das mit den Möglichkeiten menschlicher Kräfte kaum noch in Einklang zu bringen ist: Die 100 Meter in 9,69
Sekunden zu bewältigen, das Schwimmbecken mit ständig neuen Bestzeiten zu durchpflügen, provoziert eine Skepsis, die fairerweise jedoch nicht verallgemeinert werden darf: Natürlich ist nicht alles, was bei Olympia abgeht, versaut und versumpft, natürlich kann und darf sich ein Großteil der Athleten auf Sauberkeit berufen. Doch wo die Leistungen das Unvorstellbare übersteigen, schwindet die Gutgläubigkeit. Zum Beispiel gegenüber „Giganten“ wie Michael Phelps und Usain Bolt, die zu stark auftrumpften, um unverdächtig zu bleiben.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

P2News

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