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ÖKO-TEST Luftballons

Luftballons gehen jährlich zu Milliarden über die Ladentische. Jetzt ergab eine Untersuchung des Frankfurter ÖKO-TEST-Magazins in der aktuellen Februar-Ausgabe: Aus fast jedem zweiten untersuchten Ballon lösen sich krebserregende Nitrosamine oder Vorstufen davon.

Besonders erschreckend: In neun Ballonmarken stecken mehr von diesen Substanzen, als der Gesetzgeber erlaubt. Nitrosamine entstehen bei der Vulkanisierung des Gummis, besonders wenn dafür bestimmte Vulkanisiermittel eingesetzt werden, für die es aber schon längst Ersatzstoffe gibt.

Ein weiteres Problem: In 15 von insgesamt 21 untersuchten Luftballonmarken stecken erhöhte Werte an allergisierenden Latexproteinen. Weil sich Atem- und Hautprobleme durch Latexhandschuhe beim Klinik- und Pflegepersonal in den 1980-er Jahren häuften, wurde der Gehalt an Latexproteinen auf 30 Mikrogramm pro Gramm Handschuh begrenzt. Daraufhin ging die Zahl der Neuerkrankungen an Latexallergien um 95 Prozent zurück. Es wäre also vernünftig, wenn es eine solche Regelung auch für Luftballons und andere Gummiprodukte gäbe, was aber derzeit nicht der Fall ist.

Hintergrund

Nitrosamine
Nitrosamine können über die Haut, die Atemluft und oral aufgenommen werden und Krebs erzeugen. In Kosmetika gelangen sie durch verunreinigte Rohstoffe oder entstehen während der Lagerung, wenn bestimmte Inhaltsstoffe miteinander reagieren. In Latexprodukten entstehen sie bei der Umwandlung des flüssigen Rohstoffs in elastischen Latex. Nitrosamine können sich auch im Magensaft nach dem Genuss nitrathaltiger Lebensmittel bilden. Nitrosierbare Stoffe (nitrosierbare Amine) können im Körper in Nitrosamine verwandelt werden.

Bald nur noch mit Pumpe
Wenn es nach dem Willen des Gesetzgebers geht, dann sollen Luftballons künftig nur noch mit speziellen Pumpen aufgepustet werden. Diese kosten nur ein paar Euro, sind aber derzeit leider nicht überall dort zu bekommen, wo man schnell mal ein paar Ballons mitnimmt, etwa bei einem Einkauf in Drogerien oder Supermärkten. Bis August 2009 wird sich das vermutlich ändern, denn spätestens bis dahin müssen die Verpackungen von Luftballons den Hinweis tragen: „Zum Aufblasen eine Pumpe verwenden!“

Dies soll den Kontakt der Latexballons mit den Lippen und der Mundschleimhaut unterbinden. Hintergrund: Die Kontrollbehörden messen und beanstanden in Gummiballons schon seit Jahren krebserregende Stoffe. Bereits im Jahr 2003 gelangte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu der Einschätzung, dass im Extremfall über Luftballons ebenso viele Nitrosamine in den Körper gelangen können wie über Lebensmittel, etwa Salat. Zwar bestehe durch den gelegentlichen Kontakt mit Ballons keine schwerwiegende Gesundheitsgefahr, unterm Strich bliebe aber klar: Die hohen Nitrosamingehalte sind völlig vermeidbar und entsprechen einfach nicht dem Stand der Technik.

P2News

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