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Oberst Klein und das Kundus-Desaster

Wieder ein Tag, an dem das Thema Afghanistan die Gemüter im Lande bewegte. Der Untersuchungsaus- schuss arbeitet das Kundus-Desaster auf. Mit Oberst Klein steht eine tragische Figur im Mittelpunkt. Der Kommandeur, der unter Kriegsbedingungen diesen verheerenden Luftangriff anordnete, nimmt die Verantwortung auf sich. Damit aber sind noch längst nicht alle Fragen beantwortet. Unter welcher Maßgabe und in welchem Gesamtzusammenhang er handelte, bleibt weiter unklar. Sicher ist, dieser Oberst ist der glückloseste Soldat der Bundeswehr. Seine fatale Fehlentscheidung kostete unschuldige Zivilisten das Leben. Der unheilvolle Befehl von Kundus löste in Deutschland eine Debatte über den Sinn des Afghanistan-Einsatzes aus. Eine solche Diskussion war längst überfällig. Dass sie erst unter diesen Umständen in Gang kam, ist umso bedauerlicher. Die Politik hat es dabei über weite Strecken an Orientierung vermissen lassen. Der damalige Verteidigungsminister Jung schätzte die Lage schlicht falsch ein. Die Kanzlerin hielt sich zu lange raus. Merkel führte nicht entschieden genug. Und der neue, junge, dynamische Verteidigungsminister zu Guttenberg kam im Fall Kundus allzu schneidig daher. Er traf beispielsweise mit der überstürzten Entlassung des damaligen Generalinspekteurs Schneiderhan eine absolut falsche Entscheidung – ein Bauernopfer. Es ist noch manches aufzuarbeiten. Klar ist, auch nach dem Schuldeingeständnis von Oberst Klein steckt die Untersuchung des Kundus-Desasters noch voller Brisanz.

P2News/Westfalenpost

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