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„Oben ohne“ auf der Piste war gestern!

Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport (ASiS), Deutschland, bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), Österreich EuroSafe Taskforce Sports Safety erklären dazu:

Gerade der Schneesport verbindet körperliche Aktivität und Naturerlebnisse auf einzigartige Weise und kann auch deshalb einen positiven Beitrag zur Gesundheit und zum Wohlbefinden leisten.

Wie in jeder anderen Sportart kommt es auch beim Skifahren und Snowboarden zu Verletzungen. Dabei kann man ursächlich zwischen Verletzungen ohne Fremdeinwirkungen (z.B. Stürze durch Fahrfehler), Verletzungen durch Fremdeinwirkungen (Kollisionsunfälle), Verletzungen durch technische Mängel (Fehlauslösung der Bindung) und Sturzverletzungen durch widrige äußere Umstände (Hindernis unter der Schneeoberfläche) unterscheiden.

Insgesamt ist das Risiko, sich beim Skifahren oder Snowboarden zu verletzen, vergleichbar mit dem in vielen anderen Sportarten. In den vier großen Ballsportarten Fußball, Handball, Basketball und Volleyball liegt das Verletzungsrisiko sogar vier- bis sechsmal höher als im alpinen Skisport. Allerdings ist der Schweregrad einer Verletzung im Schneesport oft höher. Gründe hierfür sind u.a. die Fahrgeschwindigkeit und die daraus resultierenden Kräfte, die z.B. im Falle eines Sturzes oder einer Kollision auf den Körper einwirken.

Etwa 10-15% der Verletzungen von Schneesportlern betreffen den Kopfbereich. Dieser Anteil blieb in den letzten Jahren annähernd konstant. Allerdings kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, dass auch technische Entwicklungen wie die verbesserte Pistenpräparation mit daraus resultierenden härteren und schnelleren Pisten oder neue Materialen Einfluss auf Häufigkeit und Schwere der Kopfverletzungen haben. In diesem Zusammenhang sollte nicht vergessen werden, dass eine Vielzahl der Kopfverletzungen nicht auf Kollisionen, sondern auf Stürze mit dem Kopf auf die harte Piste zurückzuführen ist.

Gerade vor dem Hintergrund des tragischen Unfalls (eines in der Öffentlichkeit stehenden Politikers) zur Jahreswende 2008/09 wird aktuell diskutiert, inwieweit das Tragen von Schneesporthelmen und eine gesetzliche Helmpflicht das Risiko für Kopfverletzungen ggf. senken können.

ASiS, bfu, KfV und EuroSafe empfehlen einhellig allen Schneesportlern bei der Ausübung ihres Sports einen Helm zu tragen, der die Norm EN 1077 erfüllt.

Bei aller Fokussierung auf das Helmtragen und somit auf die passive Sicherheit sollte aber nicht vergessen werden, dass v.a. im Bereich der aktiven Sicherheit noch großes Potential für die Reduktion von Verletzungen im Schneesport liegen. Neben den FIS-Verhaltensregeln existiert eine Vielzahl von Hinweisen und Information, die in elektronischer oder gedruckter Form z.B. über die unten angegebenen Websites zu beziehen sind. Aktive Sicherheit fängt schon bei der Vorbereitung auf die Wintersaison an: Viele Skifahrer und Snowboarder glauben immer noch, ohne jede Vorbereitung sozusagen „vom Schreibtisch zur Abfahrt“

antreten zu können. Selbst gut trainierte Schneesportler sollten Ermüdungssignale des Körpers ernst nehmen und Ruhepausen einlegen statt sich zu überanstrengen. Auch die Überprüfung, Pflege und Wartung des Materials (speziell Kantenschliff und Einstellung der Sicherheitsbindung) werden vielfach vernachlässigt.

Experten sind sich außerdem einig, dass gut vorbereitete Schneesportler, die eine fundierte skifahrerische Ausbildung erhalten haben und mit hoher Aufmerksamkeit und Wachheit auf die Piste gehen, ein deutlich geringeres Verletzungsrisiko aufweisen. Deshalb wird gezieltes Aufwärmen vor der Abfahrt sowie dosiertes Einfahren empfohlen. Bemerkenswert ist außerdem die Tatsache, dass ca. 30% der fehlsichtigen (im Alltag mit Brille oder Kontaktlinsen korrigierten) Schneesportler ohne Sehhilfe auf die Piste geht. Dies ist vor dem Hintergrund, dass ca. 80% aller Skiunfälle durch Wahrnehmungsfehler (mit)verursacht werden, fahrlässig. Es sind also nach wie vor vermehrte Anstrengungen aller Beteiligten zur Erhöhung sowohl der passiven als auch der aktiven Sicherheit im Schneesport nötig.

Die deutsche Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport (ASiS), die schweizerische bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung und das österreichische Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) befassen sich seit vielen Jahren mit dem Thema Sicherheit im Schneesport. Gemeinsam mit namhaften Partnern wie der Internationalen Gesellschaft für Sicherheit beim Skifahren (ISSS), der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS), Sportverbänden (z.B. Deutscher Skiverband (DSV)) und Versicherungen (z.B. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) und ARAG Sportversicherung) sowie weiteren Unterstützern aus Politik und Wirtschaft führen KfV, bfu und ASiS seit Jahren Studien und Präventionskampagnen für mehr Sicherheit auf den Pisten durch. Auch auf europäischer Ebene sind sie für mehr Sicherheit im Schneesport aktiv und engagieren sich in der EuroSafe Taskforce Sports Safety, die u.a. zum Ziel hat, Forschung und Präventionskampagnen im Bereich Schneesport in Europa zu bündeln und zu intensivieren. Ferner wird in der im Jahre 2006 verabschiedeten Turin-Charta über Sicherheit beim Skifahren gefordert, dass – neben der Eigenverantwortung des Schneesportlers – auch alle anderen am Schneesport Beteiligten (Verbände, Industrie, Institutionen und Dienstleister) ihrer Verantwortung bezüglich der Sicherheit im Schneesport gerecht werden und diese aktiv fördern.

P2News

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