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Obamas Gefängnis

Er kann einem schon irgendwie leid tun, dieser Barack Obama, der doch nur das Gute will und dann doch das Schlechte tun muss. Kaum im Amt, hatte sich der neue US-Präsident ein Jahr Zeit gegeben, das Sondergefängnis Guantanamo zu schließen, diesen Schandfleck aus der Bush-Ära. Doch es kam alles viel schwieriger als gedacht. Denn wenn man die Insassen von Guantanamo auch ohne rechtliche Grundlage verschleppt hat, und viele von ihnen zudem gefoltert wurden, so sind diese Männer doch längst nicht alle unschuldige Waisenknaben. Spätestens seit klar scheint, dass aus Guantanamo in den Jemen abgeschobene Häftlinge hinter dem vereitelten Flugzeug-Attentat von Detroit stecken, ist Obamas bisheriger Schließungsplan hinfällig. Wie viele ehemalige Guantanamo-Häftlinge sich nach ihrer Entlassung wieder Terror-Gruppen anschließen, ist dabei gar nicht so entscheidend. Entscheidend ist, dass Obama immer noch keine überzeugende Lösung gefunden hat, wie er dieses Risiko minimieren kann. Guantanamo war Bushs Gefängnis, jetzt ist es Obamas Problem. Er wird es bei sich lösen müssen, in Amerika. Die Häftlinge einfach in andere Länder abzuschieben und auf das Beste zu hoffen, ist jedenfalls nicht der richtige Weg.

P2News/Rheinische Post

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