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Nur noch sechs Monate zum Bund

Bundeswehr

Schlechte Kompromisse stoßen irgendwann immer sauer auf. Die Union wollte den Wehrdienst beibehalten, die FDP ihn abschaffen. Heraus kam eine Zwischenlösung, die alle Beteiligten unzufrieden machen wird. Sechs statt neun Monate Wehrdienst, zwei statt drei Monate Grundausbildung – Ausbildungsaufwand und Ertrag werden in keinem Verhältnis stehen. Niemand, auch nicht der Verteidigungsminister, weiß, wie man den neuen Wehrdienst „light“ sinnvoll strukturieren soll. Schmalspur-Ausbildung mit Gammel-Phase wie früher, nur kürzer? Oder Intensiv-Crashkurs mit Gefahr der Überforderung? Beides ist drin. Aber das ist nur die eine Seite. Weil der Zivildienst an den Wehrdienst gekoppelt ist, stöhnen auch Altenheime und Sozialstationen. Und tun fälschlicherweise so, als hinge ihr Schicksal von den „Zivis“ ab. Darf es nicht. Die Debatte ist schief, weil der Zivildienst immer nur Ersatzdienst war. Ohne Wehrpflicht kein Zivildienst. Den besseren Weg sind 23 von 28 Nato-Staaten gegangen. Sie haben eine Freiwilligen-Armee. Wie ein Zivildienst in Zukunft in Deutschland aussehen soll, ist gewiss eine wichtige Frage. Sie muss aber unabhängig von der Wehrpflicht beantwortet werden.

P2News/Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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