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Nun schwächelt auch die CSU

Das ist nicht die Zeit für Volksparteien. Selbst die erfolgreichste unter ihnen, die CSU, hadert mit sich und den Zeitläuften. Sie trägt nach der glänzenden, zuletzt von ihr zum Teufel gewünschten Ära Stoiber zwar nicht Züge des Siechtums wie die SPD oder der Profilschwäche wie die CDU; aber politisch bergauf führt die neue Münchner Doppelspitze das „räuberische Bergvolk am Rande der Alpen“ (Franz-Josef-Strauß-Ironie über die Bajuwaren) nicht. Im Gegenteil. Zwar wäre ein abschließendes Urteil über das blässliche Duo Beckstein/Huber, schon gar die mögliche Fehlentwicklung der seit Jahrzehnten dominierenden bayerischen Staats-Partei fahrlässig verfrüht. Aber der Eindruck macht sich breit, dass die beim Stoiber-Sturz im Januar 2007 ausgeheckte Tandem-Fahrerei zweier Jungsenioren jenseits der 60 bestenfalls eine Übergangs-Lösung ist, schlimmstenfalls zu einem 45-plus-x-Wahlergebnis bei der Landtagswahl im September führen könnte. Was für die Beck-SPD ein Wunder bedeutete, für die Merkel-CDU einer Sensation gleichkäme, das wäre für die CSU ein Desaster. Und noch etwas: Falls die CSU 2009 nicht mehr die nur von ihr gewohnten hohen Prozent-Gewichte auf die gemeinsame Unions-Waagschale würfe, könnte die oft hochmütig gen Süden schauende CDU ihre Kanzler-Träume fahren lassen.

Rheinische Post

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