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Nokia und NRW beim Poker

Es scheint so, als würden sich die Landesregierung NRW und der finnische Nokia-Konzern im Streit um Subventionen und nicht eingehaltene Arbeitsplatzzusagen vor Gericht wiedersehen. Der Schein trügt. Weder das Landeswirtschaftsministerium noch Nokia haben ein Interesse daran, öffentlichkeitswirksam vor dem Kadi zu stehen und mit dem Finger jeweils auf den anderen zu zeigen. Nach dem Image-Desaster, das Nokia mit der Knall-auf-Fall-Schließung des Bochumer Handy-Werks selbst angerichtet hat, dürften die Finnen ein übergroßes Interesse an einem geräuschlosen und einvernehmlichen Ende dieser schlimmen Episode aus der jüngeren Firmengeschichte haben. Die andere Seite weiß das nur zu gut – und verhandelt heraus, was herauszuverhandeln ist. Dass hier die Bäume nicht in den Himmel wachsen, ist aber auch klar: Schließlich hat man bei den zuständigen Prüfstellen in Düsseldorf jahrelang nicht gemuckt und erst gezuckt, als die Führungscrew des Handy-Konzerns die Koffer bereits gepackt hatte.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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