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Nokia muss endlich helfen! Mitarbeiter sollen nach Rumänien gehen?

Es ist das typische Szenario, das sich Menschen nicht erklären können. Erst will Nokia seinen Produktionsstandort in Bochum dicht machen und mehr als 2300 Menschen auf die Straße setzen. Einige Tage später jedoch verkündet das Unternehmen den nächsten satten Rekordgewinn. Wie passt das zusammen? Im ersten Moment gar nicht. Im zweiten allerdings in der Weise, dass niemand einem Unternehmen vorschreiben kann, wie es auf Branchenveränderungen reagieren soll. Hohe Lohnkosten, hohe bürokratische Hürden, mangelnde Flexibilität der Zulieferer und die rechtzeitige Veränderung der Unternehmensstruktur zur nachhaltigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sind glaubhafte Gründe, ein langfristig nicht rentables Werk zu schließen. Auch wenn sich die Gewerkschaft mit allen Mitteln wehren will, am Ende wird sie mit Nokia über einen Sozialplan reden. In den kommenden Tagen und Wochen muss Nokia daher endlich zu seiner angekündigten sozialen Verantwortung stehen. Nicht nur die Höhe von Abfindungen dürfen dabei Thema sein. Nokia muss sich auch überlegen, wie die Beschäftigten fit gemacht werden für andere Jobs in diesem Land. Geplante Beschäftigungs-Angebote wie ein Wechsel und damit ein Umzug nach Rumänien sind allerdings schlichtweg unsinnig.

In der kommenden Woche will die Nokia-Führungsspitze mit Verantwortlichen aus Gewerkschaft und Politik zusammenkommen, um einen möglichen Sozialplan auszuarbeiten. Nach Informationen der in Düsseldorf erscheinenden Zeitung “Rheinische Post” will Nokia den Beschäftigten aus Bochum unter anderem anbieten, mit nach Rumänien zu wechseln. Das hat das Blatt aus unternehmensnahen Kreisen erfahren. Der Gewerkschaft IG Metall sind derartige Pläne nicht bekannt, sie will aber am kommenden Sonntag auf einer Betriebsversammlung über weitere Schritte beraten, um das Werk doch noch zu erhalten. Torsten Gerpott, Telekommunikationsspezialist der Universität Duisburg-Essen sagte dem Blatt weiter, dass Nokia seine soziale Verantwortung wahrnehmen müsse. Denkbar sei für ihn die Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft. “Die Situation ist vergleichbar mit der Pleite des Handyherstellers BenQ Mobile. Nokia sollte für Qualifizierungsmaßnahmen wie PC-Wissen oder Fremdsprachen sorgen, damit die Beschäftigten leichter woanders unterkommen.”

Rheinische Post

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