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Neue Islamkonferenz

Thomas de Maizière

Gut, dass wir drüber geredet haben. Auf diese ernüchternde Formel lässt sich die bisherige Arbeit der Islamkonferenz bringen. Sie ist der Versuch eines Dialogs. Wolfgang Schäuble wollte nicht mehr warten, bis sich die vier Millionen Muslime mehrheitlich anerkannte Vertreter zulegen. So war klar, dass seine Konferenz von Protesten und Boykott begleitet wurde. Trotzdem kamen Regierung und Muslime ins Gespräch. Das reicht Schäubles Nachfolger Thomas de Maizière nicht. Schon zu seiner Zeit als Kanzleramtsminister handelte er nach der Devise: Probleme sehen – klären – lösen. Das wird auch der Islamkonferenz gut tun. Denn die Republik steht vor einer doppelten Herausforderung: Millionen Migranten müssen besser integriert werden. Gleichzeitig muss eine immer weniger von christlichen Traditionen geprägte Gesellschaft mit einer sehr heterogenen islamischen Religion zu leben lernen. Sie muss ihr Würde und Raum geben, ohne dem islamisch-islamistischen Anspruch auf eine Freiheits-unterdrückende Umprägung der Gesellschaft das Feld zu überlassen. Das mag in der Theorie leicht zu bereden sein. Aber de Maizière wagt den Praxistest. Ein ehrgeiziges Ansinnen mit noch mehr Potenzial für Ernüchterung.

P2News/Rheinische Post

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