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Netanjahu geht konsequent den anderen Weg

Kein politisches Motiv der Welt rechtfertigt es, eine Familie niederzumetzeln, wie es mutmaßlich palästinensische Täter im Westjordanland getan haben. Selbst in arabischen Gesellschaften, in denen Israel verhasst ist, darf diese Bewertung des Massakers von Itamar weithin vorausgesetzt werden. In einer Phase, in der so viele arabische Länder vor gewaltigen Umbrüchen stehen, hätte daher kein Zeichen an diese Gesellschaften näher gelegen, als dieses: Israel verfolgt Gewaltverbrecher mit maximaler Härte, nicht aber die Palästinenser an sich. Es wäre ein Signal gewesen, das glaubhaft unterstreicht, dass Israel den Umbruch dahin gehend mitvollzieht, seine regionalen Außenbeziehungen auf eine stabilere, freundlichere Basis zu stellen. Kurzum, ein Signal für den Frieden.

Allein, die Regierung Netanjahu geht konsequent den anderen Weg. Sie beschließt, den Ausbau israelischer Siedlungen im palästinensischen Westjordanland umgehend anzukurbeln und damit eines der größten Friedenshindernisse zu erhöhen.

Törichter geht es kaum. Als hätte sich rundum nichts verändert, baut Netanjahu auf Landnahme, wo kreative Politik gefragt wäre. So demonstriert Israel zwar seine Macht. Aber es nutzt sie nicht.

P2News/Neue Osnabrücker Zeitung

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