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Nach Koch

Roland Koch ist abgelöst worden. Es hat keinen Schlag getan und der Nachfolger konnte sogar vier Stimmen mehr auf sich vereinen als das große Politiktalent aus Eschborn. Koch war ein Polarisierer wie Sarrazin – anders als dieser achtete er jedoch darauf, die Regeln des politischen Diskurses nie zu zerstören. Volker Bouffier, sein politischer Freund und Nachfolger, hat ganz sicher kaum das Zeug zu solchen Debatten. Er wird sich aber auch nicht nachsagen lassen müssen, ein von Angela Merkel ausgebremster parteiinterner Konkurrent gewesen zu sein. Mit seinem freiwilligen Rücktritt erspart sich Koch aber andererseits das mühsame Gerangel um einen lauen Atomkompromiss, der letzten Endes die Kassen der Energiekonzerne schonen wird. Und er muss seinen Wählern auch nicht erklären, wieso der Staat Hartz-IV-Empfängern aus Gründen der systematischen Gerechtigkeit das Elterngeld in Höhe von 300 Euro streichen muss. Roland Koch verlässt im übertragenen Sinn das manövrierunfähig gewordene schwarz-gelbe Regierungsschiff lange bevor die ersten Rettungsboote bei den kommenden Landtagswahlen von den Wählern versenkt werden. Er kann dann von sich sagen, einer der letzten starken konservativen Ministerpräsidenten gewesen zu sein. Nur Frau Merkel, die beerbt er nicht.

P2News/Rhein-Neckar-Zeitung

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