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NABU: Konjunkturprogramm nicht für Landwirtschaft missbrauchen

NABU warnt die Bundesregierung davor, die umweltzerstörende Intensivlandwirtschaft in Zeiten der Konjunkturkrise noch stärker zu befördern.

„Angesichts der zunehmenden Probleme infolge von Klimawandel, Artenrückgang und sozialem Strukturwandel muss Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner gerade jetzt eine nachhaltige Entwicklung in den Mittelpunkt der künftigen Arbeit stellen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Die Landwirtschaft dürfe in Zukunft nur noch Anspruch auf finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie einen konkreten Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leiste. Der jüngste Intensivierungsschub infolge des Bioenergie-Booms und der Abschaffung der Flächenstilllegung führe zu einem erheblichen Verlust an biologischer Vielfalt. Es sei daher dringend notwendig, in Zukunft die Belange von Natur und Umwelt stärker zu berücksichtigen, indem Mindeststandards wie der Verzicht auf Grünlandumbruch oder die Bereitstellung ökologischer Vorrangflächen eingehalten würden.

Nach Auffassung des NABU hat die Bundesregierung weder im Rahmen der jüngsten EU-Agrarverhandlungen, noch in der Milchpreisdebatte oder bei der Agro-Gentechnik zukunftsfähige Entscheidungen getroffen. Daher sei es jetzt umso dringender erforderlich, dass sich die Ministerin für eine naturverträglichere Landwirtschaft und eine stärkere Förderung ökologischer Leistungen ausspreche. Hierzu gehöre ein Maßnahmenkatalog zum Erhalt von Grünland sowie eine Initiative gegen den fortschreitenden Umbruch von Wiesen und Weiden.

Ferner forderte der NABU Aigner auf, eine Abstandsregelung von Genäckern zu Schutzgebieten mit einer Mindestdistanz von 1000 Metern sowie einen wirksamen Schutz für Imker vor genmanipulierten Organismen zu erlassen. Im Zusammenhang mit der weltweiten Ernährungskrise warnte der NABU zudem vor einer weiteren Intensivierung der Landwirtschaft.

„Wer die Intensität der Flächennutzung in Deutschland weiter steigern möchte, setzt die natürlichen Lebensgrundlagen für künftige Generationen aufs Spiel und gefährdet die gesellschaftliche Akzeptanz
der EU-Agrarzahlungen“, so Tschimpke weiter.

P2News

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