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Milliardengrab Atomkraft

Nach Recherchen der Wirtschaftsredaktion des WDR- Hörfunks wurden in den 1970er und 1980er Jahren weltweit 105 Atomreaktoren gebaut, die keinen oder kaum Strom geliefert haben. Schätzungen der Redaktion zufolge wurden dafür rund 360 Mrd. Euro (in Preisen von 2009) ausgegeben. Erstmals wurden damit die Zahlen der Atomkraftwerke (AKW), die keinen oder so gut wie keinen Strom geliefert haben und die dadurch entstandenen Fehlinvestitionen weltweit ermittelt.

Die geplante (Netto-)Leistung dieser Atomruinen entspricht mit 92.000 Megawatt rund einem Viertel der z. Zt. weltweit am Netz befindlichen AKW. In der überwiegenden Zahl der Fälle waren finanzielle oder technische Probleme der Grund für die vorzeitige Stilllegung bzw. den Baustop. „Die Hersteller haben anfangs den finanziellen und technischen Aufwand der Atomenergie völlig unterschätzt,“ erklärte der Kernphysiker Klaus Traube gegenüber dem WDR. Viele der Investitionsruinen produzieren bis heute Folgekosten in Millionenhöhe – etwa für die Sicherung oder den Abriss.

Mit einer Anzahl von 37 wurden die meisten AKW-Ruinen in den USA gebaut, gefolgt von Russland mit 18 Reaktoren. An dritter Stelle steht Deutschland mit neun atomaren Investitionsruinen im Wert von rund 22 Mrd. Euro – darunter der „Schnelle Brüter“ in Kalkar, der „THTR 300“ in Hamm-Uentrop und der „KMK“ in Mülheim-Kärlich.

Die vollständigen Recherchen sind von Montag, 6. September, bis Samstag, 11. September, jeweils um 7.45 Uhr im WDR 5 Morgenecho zu hören.

P2News/WDR

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