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Milch und Fleisch für alle

Auf der Erde leben zurzeit etwa 6,5 Mrd. Menschen. Im Jahr 2050 werden es rund 9 Mrd. sein, die sich bei ihrer Ernährung in einem Punkt einig sind: sie wollen mehr Eiweiß aus Fleisch, Milch und Eiern essen. Heute stehen etwa 30 Gramm tierisches Eiweiß pro Einwohner und Tag zur Verfügung, wobei die Variationsbreite zwischen den Ländern, aber auch zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen immens ist. Bis 2050 steigt dieser Wert nach seriösen Schätzungen auf 40 Gramm an. Das Problem dabei: durch die Fleischerzeugung geht viel kostbare Energie verloren, die bei pflanzlicher Kost direkt für die Ernährung verfügbar wäre. Denn die Tiere benötigen einen Großteil der aufgenommenen pflanzlichen Energie selbst und scheiden große Mengen wertvoller Nährstoffe ungenutzt aus. Gleichzeitig verliert man kostbare und begrenzt zur Verfügung stehende Ackerflächen für den Anbau von Tierfutter.

Würde der Eiweißverbrauch bis 2050 wie angenommen steigen, bräuchte man bei heutiger Intensität die doppelte Futtermenge. Das heißt wiederum, dass die gegenwärtig jedem Menschen durchschnittlich zur Verfügung stehende Ackerfläche um mehr als ein Drittel zurückginge. Diesen Luxus kann sich die Menschheit nach Ansicht von Wissenschaftlern des Friedrich-Loeffler-Instituts in Braunschweig nur leisten, wenn die Intensität im Pflanzenbau und in der Tierhaltung weiter zunimmt. Denn je weniger Ertrag eine Ackerfläche abwirft und je geringer die Fleisch- oder Milchleistung eines Tieres, desto größer ist der Flächenbedarf bezogen auf eine bestimmte Menge Eiweiß.

Entscheidend ist auch, in welcher Form das tierische Eiweiß erzeugt wird. So benötigt man für ein Kilogramm Eiweiß aus Milch deutlich weniger Fläche als für dieselbe Menge aus Fleisch. Potenzial liegt auch in der Fähigkeit von Wiederkäuern, für Menschen wertloses Grasland verwerten und in nutzbare Energie umwandeln zu können. Von diesen Grasflächen gibt es weltweit etwa 3,3 Mrd. Hektar – eine gewaltige Ressource, die für die menschliche Ernährung nicht direkt genutzt werden kann. Auch in der bereits intensiv betriebenen Tierhaltung sehen die Forscher noch Möglichkeiten zur Optimierung, etwa über kürzere Aufzuchtphasen oder spezielle Zusätze für eine bessere Futteraufnahme. Trotzdem stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, die schon heute verfügbare Menge an tierischem Eiweiß besser zu verteilen. Denn während die Menschen hochentwickelter Länder im Durchschnitt bis zu 80 Gramm tierisches Eiweiß pro Tag essen, kommen die Bewohner in Entwicklungsländern nicht einmal auf 10 Gramm pro Tag.

aid infodienst,P2news

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