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Mehr Autos auf Deutschlands Straßen

Frauen und Senioren holen bei Motorisierung weiter auf
Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise wird der Pkw-Bestand in Deutschland mittelfristig zunehmen. Hauptgründe für den Anstieg von heute (2007) 47 Millionen auf 49,5 Millionen in 2030 ist die zunehmende Motorisierung der Frauen im Allgemeinen sowie der zunehmende Motorisierungsgrad im Alter. Trotz Zunahme alternativer Antriebsformen wie Hybrid-, Elektro- und Wasserstofftechnologie wird der Verbrennungsmotor auch in Zukunft die Hauptantriebsart bleiben. Der Kraftstoffverbrauch wird jedoch weiter sinken. Auch die CO2-Emissionen gehen deutlich zurück. Das ist das Ergebnis der 25. Shell Pkw-Szenarien bis 2030, die Shell heute unter dem Titel „Fakten, Trends und Handlungsoptionen für nachhaltige Automobilität“ in Berlin vorgestellt hat.

„Shell beobachtet seit 1958 die Entwicklung des motorisierten Individualverkehrs. Ziel ist, langfristige Trends im relevanten Unternehmensumfeld zu erforschen und auf Basis dessen politische und gesellschaftliche Diskussionen anzustoßen und voranzubringen“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung Deutsche Shell Holding GmbH, Dr. Peter Blauwhoff.

Bei einem erwarteten Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 1,1 Prozent pro Jahr und rückläufiger Bevölkerungszahl (- 3,7 Millionen auf 78,5 Millionen bis 2030) wurden zwei politische Rahmenszenarien unterstellt. Beim Trend-Szenario wird davon ausgegangen, dass die derzeitige Entwicklung im wesentlichen fortgeschrieben wird. Beim Alternativ-Szenario werden strengere Klimaschutzziele zu Grunde gelegt und versucht, deren Auswirkungen auf den Pkw-Verkehr zu quantifizieren. (Letzteres entspricht dem Blueprint-Szenario der Shell energy scenarios to 2050).

Die „automobile Emanzipation“ schreitet weiter voran. Die Motorisierung der Frauen insgesamt wird von heute etwa 340 auf gut 430 Pkw je 1000 Frauen ansteigen; sie erreicht in 2030 damit etwa 60 Prozent der männlichen Pkw-Motorisierung. Die Motorisierung der Männer legt nur noch geringfügig von heute knapp 700 auf etwa 715 Pkw je 1000 Männer in 2030 zu.

Die meisten Altersgruppen nehmen ihre Motorisierung von niedrigen in höhere Altersklassen mit. Vor allem Frauen über 50 Jahre legen hier kräftig, ältere Männer immerhin noch leicht zu. Hieraus folgt eine zunehmende Pkw-Motorisierung und Auto-Mobilität im Alter. Die Motorisierung der unter 35-Jährigen ist dagegen weiterhin leicht rückläufig.

Der gesamte Pkw-Bestand steigt von heute 47 auf 49,5 Millionen Fahrzeuge. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher statistischer Motorisierungsgrad über alle Haltergruppen von rund 630 Pkw pro 1000 Einwohner gegenüber heute von gut 570. Um diesen Motorisierungsgrad zu erreichen, bedarf es 3 bis 3,5 Millionen Neuzulassungen pro Jahr.

Die durchschnittlichen Fahrleistungen gehen von heute 12.500 Kilometer auf 11.900 Kilometer pro Pkw in 2030 zurück. Die Gesamtfahrleistung steigt hingegen von heute 588 Mrd. Fahrzeugkilometer auf zunächst 595 Mrd. in 2020 an, geht dann aber bis 2030 auf 590 Mrd. Kilometer zurück. Künftig wird jedoch ein immer größerer Teil der Gesamtfahrleistung von älteren Menschen erbracht werden. Hatten die unter 40-jährigen 1995 noch einen Fahrleistungsanteil von knapp 40 Prozent, werden es 2030 nur noch gut 20 Prozent sein. Umgekehrt wird der Anteil der über 50-jährigen an der Gesamtfahrleistung von 23 Prozent im Jahr 1995 auf 35 Prozent in 2030 steigen.

Dr. Karsten Wilbrand, Leiter Kraftstoffentwicklung Shell Deutschland: „Obgleich alternative Antriebsformen zunehmen werden, wird der Verbrennungsmotor auch in Zukunft die Hauptantriebsart bleiben.“ Gleichzeitig wird angenommen, dass Diesel- knapper als Otto-Kraftstoff sein wird. Das dürfte sich auf die Dieselzulassungen auswirken. Auch, weil die Abgas-Nachbehandlung von Diesel-Aggregaten wegen steigender Standards immer aufwändiger werden dürfte. Entsprechend dürften sich die Neuzulassungen für Diesel und Benziner 2030 die Waage halten. Für beide wird sich der spezifische Kraftstoffverbrauch weiter reduzieren. „Bei Ottokraftstoff rechnen wir mit einem Minus von 0,8 im Trend und bis zu 1,3 Prozent im Alternativ-Szenario“, sagt Wilbrand. Bei Diesel sind es minus 0,8 und minus 1,2 Prozent.

Was bedeuten die Ergebnisse für die Klimapolitik? „Schon im Trendszenario werden in 2020 im Vergleich zu 2005 CO2-Einsparungen von rund 14 Prozent erreicht“, sagt Chef-Volkswirt Dr. Jörg Adolf. Damit könnten die von der EU vorgegebenen Klimaschutzziele für Nicht Emissionshandelssektoren erfüllt werden. Im Alternativszenario könnten noch höhere Einsparungen erreicht werden. „Um das zu realisieren müssten jedoch alle automobilen Akteure neu denken“, sagt Adolf.

P2News

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