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Lizenz zum Töten

Die erste Isaf-Kampftruppe der Bundeswehr bricht nach Afghanistan auf. Ihr Einsatz ist zwar nicht aufs Töten angelegt. Aber im Notfall hat sie die Lizenz zum Töten. Die Soldaten dieser schnellen Eingreiftruppe, von denen viele aus Westfalen stammen, müssen dort hin, wo es besonders gefährlich ist. Verteidigungsminister Jung und die militärische Führung verbreiten zwar gern den Eindruck, dies sei gar keine grundlegend neue Mission. Diese Taktik, die ans Tarnen und Täuschen der Militärs erinnert, überzeugt nicht. Eine offene, eine direkte, eine klare Sprache ist gefordert. Nur so kann es zu der von der Politik so sehr gewünschten breiten, öffentlichen Debatte über die Auslandseinsätze der Bundeswehr kommen. Die Wahrheit ist: Es kann leicht Tote geben. Das ist die bittere Erfahrung der norwegischen Soldaten, die vor den Deutschen diesen gefährlichen Auftrag am Hindukusch ausführten und die bald von der Bundeswehr abgelöst werden. Diese schnelle Eingreiftruppe wird an den Brennpunkten eingesetzt. Die Nato, besonders Amerika, fordert von Deutschland weitere solcher Kampfeinsätze. Die Regierung wird sich diesem Anliegen auf Dauer nicht entziehen können. Deshalb ist diese neue deutsche Mission nur der Auftakt für weitere Einsätze der Bundeswehr in Afghanistan. Diese werden auf den Norden nicht beschränkt bleiben. Der Verteidigungsminister schließt Engagements im Süden nicht aus – nur zur Nothilfe. Doch über kurz oder lang wird daraus der Dauereinsatz werden.

Westfalenpost, P2news

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