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Lieferantenkredite können Aufschwung ankurbeln

Lieferantenkredite werden infolge der Wirtschaftskrise weiter an Bedeutung gewinnen. Voraussetzung für diese Darlehen, die sich Unternehmen durch die spätere Bezahlung von bereits gelieferten Waren oder Dienstleistungen gegenseitig einräumen, sind jedoch Transparenz und Vertrauen in den Geschäftsbeziehungen. Das ist das Ergebnis des vom Kreditversicherer Atradius vorgelegten Weissbuchs „Die Zukunft des Lieferantenkredits“. Das Weissbuch baut auf einer internationalen Umfrage unter Unternehmen und zahlreichen Expertengesprächen auf. „Der Lieferantenkredit hat das Potenzial zum Motor des Aufschwungs“, so Atradius Deutschland Chef Dr. Thomas Langen. „Das Schmiermittel ist jedoch die offene Kommunikation der Einkäufer mit ihren Lieferanten. Das ist die Grundlage für die Vereinbarung von Umfang und Konditionen der Zahlungsziele.“

Der Lieferantenkredit ist eine der wichtigsten Kreditformen überhaupt. Immerhin leihen deutsche Lieferanten ihren Kunden auf diese Weise rund 300 Milliarden Euro. Das ist mehr Geld als deutsche Banken in Form von kurzfristigen Krediten zur Verfügung stellen.

Längere Zahlungsziele als Marketinginstrument nutzen

Im Zuge der Krise war die Verfügbarkeit von Lieferantenkrediten jedoch allzu oft eine Frage der Marktmacht. Während Schlüssellieferanten bei ihren Kunden auf Vorkasse bestehen konnten, sahen sich viele kleinere Zulieferer mit immer weiter hinausgezögerten Zahlungen ihrer Kunden konfrontiert. Im Mittelpunkt stand dabei die schnelle Liquidität des vermeintlich Mächtigeren. „Wenn sich dieser Trend nicht umkehrt, werden nicht nur langjährige Geschäftsbeziehungen darunter leiden, sondern auf Dauer auch der Cashflow und die Investitionsfähigkeit vieler Marktteilnehmer“, so eine weitere Erkenntnis des Weissbuchs.

Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel eines mittelständischen Spezialisten für Antriebstechnik. Jochen Remmert, Geschäftsführer der Rodriguez GmbH aus Eschweiler, nutzt den Lieferantenkredit als Marketinginstrument. „Dass wir unseren Kunden Zahlungsziele von bis zu 60 Tagen einräumen können, ist ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren – teils viel grösseren – Konkurrenten, die zumindest bei Neukunden grundsätzlich Vorkasse verlangen“, so Remmert. „Voraussetzung dafür ist für uns aber die Zusammenarbeit mit einem Kreditversicherer, der uns vor Auftragsbestätigung aktuelle Informationen über die Bonität des Unternehmens liefert.“

Auch Transparenz der Kreditversicherer gefragt

Kreditversicherer gelten als wichtiges Scharnier zwischen Ein- und Verkäufern im internationalen Handel. Sie prüfen die aktuelle und zukünftige Bonität der Kunden des versicherten Unternehmens und entscheiden auf dieser Basis über die Höhe des Versicherungsschutzes im Falle eines Forderungsausfalls. Obwohl Kreditversicherer ihre Kunden im Zuge der Krise mit hohen Schadenauszahlungen stabilisierten, gerieten sie durch die Ablehnung von Versicherungsschutz in hoch riskanten Fällen in die Kritik.

„Kreditversicherer sollten ihren Kunden wo immer möglich ausreichend Zeit lassen, um sich auf Kreditlimitentscheidungen einzustellen, zum Beispiel durch die Vereinbarung anderer Sicherheiten wie Akkreditive oder Bürgschaften“, so eine der Handlungsempfehlungen des Weissbuchs von Atradius mit Blick auf die eigene Branche. „Verschlechtern sich Finanzkennzahlen so stark, dass wir die Deckung des Risikos nicht mehr verantworten können, haben wir uns seit September letzten Jahres selbst zu einer Vorlaufzeit von 30 Tagen verpflichtet, solange keine unmittelbare Insolvenzgefahr besteht“, kommentiert Langen die Umsetzung dieser Erkenntnis für sein Haus und ergänzt: „Wir gehen noch einen Schritt weiter und identifizieren auch aktiv diejenigen Abnehmer unserer Kunden, die aufgrund verdichteter oder verbesserter Finanzinformationen wieder Chancen für die Ausweitung ertragreicher Geschäfte unserer Kunden bieten.“ Diese seien über alle Branchen verteilt und erreichten eine Vielzahl von Versicherungsnehmern.

P2News/Atradius N.V.

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