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Kultcharakter eines Massenphänomens

Willkommen im sagenhaften Las Vegas, der Stadt der Träume und Illusionen: Viele Brautpaare lassen sich nach vollzogener Trauung vor dem bekannten Schild auf dem Strip ablichten

Blumenduft, Kerzenlicht, Orgelklänge, die Braut schreitet den Mittelgang hinab auf den wartenden Bräutigam zu – eine ganz normale Hochzeit, möchte man meinen. Aber weit gefehlt: Die Braut trägt Jeans und Cowboystiefel und wird von Elvis höchstpersönlich zum Traualtar geleitet. Die musikalische Abschlussuntermalung bildet nicht der Hochzeitsmarsch, sondern der von Elvis äußerst gefühlvoll vorgetragene Klassiker „Love me tender“. Und nach vollzogenem Fünf-Minuten-Akt geht’s nicht etwa mit einer riesigen Gästeschar ins Hotel, sondern zu zweit mit der Limo zum Zocken ins Casino. So heiratet man in Las Vegas.

Den „schönsten Tag im Leben“ zu etwas ganz Besonderem und Unvergesslichem zu machen, liegt im Trend. Immer mehr Paare möchten sich eine landesübliche 08/15-Hochzeit mit deutschem Brauchtum, wobei schon vor der Ehe jede Menge Porzellan zu Bruch geht, ersparen. Stattdessen steht der Wunsch im Vordergrund, etwas Einzigartiges, Originelles, Individuelles zu erleben, sich von der Masse abzuheben. Entsprechend treiben die Hochzeitskuriositäten immer ausgefallenere und buntere Blüten. Die Blitzhochzeit mit Elvis-Double erscheint gegen die gesamte Angebotspalette beinahe schon profan: Da gibt es „Drive-Thru“-Hochzeiten, bei denen man im Auto getraut wird – Burger und Fritten inklusive. Bei Helikopter-Hochzeiten kann man in luftiger Höhe den Bund fürs Leben schließen, beim Heiraten in einer stillgelegten Silbermine rutscht man dem Jawort im alten Förderwagen entgegen. Bei Piratenhochzeiten fungiert Messer-Jocke als Trauzeuge, untermalt von Kanonendonner, während im Rahmen einer Halloweenhochzeit die Braut im Vampirkostüm, der Bräutigam als Gespenst und der „Minister“, der die Ehe schließt, als Trockenmumie erscheint – die Liste ist schier endlos.

Warum ist es so beliebt, gerade in der Wüsten- und Zockerstadt „Sin City“ den Bund fürs Leben zu schließen? Zum einen, weil es schnell und unkompliziert über die Bühne geht – Heiratswillige müssen lediglich im Marriage Bureau vorsprechen, einen Reisepass vorlegen und eine Gebühr zahlen. Danach kann´s direkt zur Sache gehen: Über 60 Wedding Chapels stehen für den „romantischen“ Teil der Zeremonie zur Verfügung. Alle bieten Komplett-Arrangements mit Fotograf, Musik, Blumen und Limousinenservice, sodass die zukünftigen Eheleute sich um nichts mehr kümmern müssen. Entspannte Zweisamkeit statt angestrengter familiärer Geselligkeit – eine Überlegung, die nicht zuletzt bei der Grundsatzentscheidung gegen die Eheschließung am heimischen Herd eine Rolle spielen dürfte.

Das Gefühl, beim Heiraten in Vegas aufregendes Pioniergebiet zu betreten, ist allerdings ein trügerischer Irrglaube: Die Hochzeiten finden nach dem Motto „Rein – raus“ im Schnellverfahren statt. Dennoch ist Heiraten in Vegas zum Kult geworden – gerade wegen der Anonymität, der Schelllebigkeit, dem Gefühl von Freiheit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Hier werden Träume verkauft: die Ehe als Start in ein aufregendes Roadmovie, in einem Land, wo die Sonne immer scheint, fern von grauer Monotonie. Letztlich ist das ganze Geheimnis wahrscheinlich wirklich so simpel: Las Vegas ist eine Stadt der Illusionen, und nirgendwo ist der Alltag ferner als hier. In den Hochzeitskapellen der Stadt sind zudem die Geister großer Leinwandidole lebendig – auch als Normalmensch wandelt man auf den Spuren von Frank Sinatra, Richard Gere und Cindy Crawford. Und falls der Fast-Food-Effekt auch bei der schnell geschlossenen „Fast-Food-Ehe“ greifen sollte, so ist die Scheidung in Vegas ebenfalls nur eine Minutenangelegenheit …

P2news

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