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Krankenkassen in schwerer See

Den Krankenkassen steht ein heißer Sommer bevor. Sie sind finanziell schwer unter Druck. An der Forderung der Barmer-Chefin nach einer Erhöhung des allgemeinen Beitragssatz kann man ablesen, dass auch die großen Dampfer der Branche finanziell gesehen schwere See in Sicht haben. Die Mehrheit der Versicherten muss sich auf Zusatzbeiträge noch in diesem Jahr einstellen. Die allgemeine Beitragserhöhung wird wahrscheinlich 2011 folgen. Die Zusatzbeiträge waren ursprünglich dafür gedacht, den Wettbewerb unter den Kassen zu fördern. Was funktioniert: Die Versicherten verhalten sich zu Recht preisbewusst. Viele verlassen ihre Kassen, sobald diese Zusatzbeiträge erhebt. Von echtem Wettbewerb kann dennoch keine Rede sein: Angesichts der umstrittenen Geldverteilung durch den Gesundheitsfonds ist es bei den Kassen eher Glückssache, wenn sie ihre Mitglieder verschonen können. Die Zusatzbeiträge sind vielmehr ein politisches Instrument, die Kassenlandschaft zu bereinigen und noch größere Einheiten zu schaffen. Grundsätzlich ist eine Bereinigung zu begrüßen. Aber Gesundheitsminister Philipp Rösler braucht dringend ein Konzept, wie er mit den Groß-Kassen der Zukunft umgehen will, wie sie kontrolliert und wie sie solide finanziert werden sollen.

P2News/Rheinische Post

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