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Keine Haftung bei Koffer-Klau

Werden Koffer entwendet, die in einem Gepäckraum oder gar offen in der Lobby deponiert sind, haftet weder der Hotelier noch der Reiseveranstalter für den Diebstahl (Foto: News-Reporter)

Um elf Uhr muss das Hotelzimmer geräumt sein, der Flieger geht aber erst spätabends: Viele Urlauber deponieren ihre Koffer in der Zwischenzeit in einem speziellen Gepäckraum an der Rezeption, um den letzten Tag noch unbeschwert genießen zu können. Doch wenn das Gepäck gestohlen wird, bleiben sie oft auf dem Schaden sitzen. In der Regel haften weder Reiseveranstalter noch Hotelbesitzer für den Diebstahl, selbst wenn der Reiseleiter ausdrücklich auf die Gepäckaufbewahrung hinweist.

„Normalerweise gehört die Verwahrung des Gepäcks nicht zu den gebuchten Leistungen. Der Reiseveranstalter ist deshalb auch nicht verpflichtet, sich darum zu kümmern“, erklärt Kristina Düring, Reise-Expertin beim R+V-Infocenter. Meistens handelt es sich um eine reine Gefälligkeit des Hotels. Da die Hotelgäste dafür nichts bezahlen, haftet der Hotelier nur, wenn er grob fahrlässig handelt. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Schlüssel mit dem Hinweis auf die Gepäckaufbewahrung offen an der Rezeption liegt und damit für jeden zugänglich ist.

Urlaubern empfiehlt R+V-Expertin Düring deshalb, sich genau zu überlegen, ob sie ihr Gepäck unbeaufsichtigt stehen lassen. Auf jeden Fall sollten sie den Raum genau inspizieren und prüfen, ob Fremde ihn einfach betreten können. Wertsachen und Tickets gehören aber auf keinen Fall in den Koffer. Im Zweifelsfall sollten die Reisenden lieber ein Schließfach mieten oder sich in ein Café setzen und den Koffer dort im Auge behalten. Nur wer eine Reisegepäckversicherung abgeschlossen hat, kann bei einem Diebstahl darauf hoffen, den Verlust erstattet zu bekommen. Viele Wertgegenstände, Tickets und Ausweisdokumente sind allerdings nicht versichert.

Wer ein Hotelzimmer in Deutschland mietet, ist rechtlich besser gestellt. Denn der Hotelbetreiber haftet hier für das mitgebrachte Gepäck in der Regel auch dann, wenn er für den Verlust nicht verantwortlich ist. Die Höhe der Haftung hängt von den Unterbringungskosten ab und ist im Normalfall auf 3.500 Euro begrenzt. Für Wertsachen gelten allerdings besondere Regeln: Der Wirt kann beispielsweise verlangen, dass sie in einem Tresor hinterlegt werden.

News-Reporter

P2News

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