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Keine Chance, leider!

Selbst wenn Ehud Olmert ein Politiker von Format wäre, der Versuch der Türken, zwischen Israel und Syrien zu vermitteln, hätte kaum Aussicht auf Erfolg. Israels Premierminister fehlt nahezu jedes Ansehen in der Bevölkerung und ihm steht eine Anklage wegen des Verdachts der Korruption ins Haus. Deshalb wird ihm nicht nur von der Opposition unterstellt, dass er die Verhandlungen jetzt öffentlich gemacht hat, um von seinem eigenen Dilema abzulenken. Unabhängig davon erscheint es aber nahezu ausgeschlossen, dass sich Israelis und Syrer auch nur auf Grundzüge eines Friedensabkommens einigen können. Beide Seiten bestehen auf der Erfüllung von Forderungen, auf die sich die jeweils andere Seite keinesfalls einlassen kann. Für Israel sind die Golan-Höhen nämlich nicht nur ein strategisch wichtiger Höhenzug, sie sind vor allem der einzige Wasserlieferant für den Judenstaat. Die Kontrolle darüber herzugeben, würde die gesamte Infrastruktur des Landes nachhaltig gefährden. Ohne eine Rückgabe des Gebietes aber gibt es für Syrien gar keine Verhandlungsgrundlage. Gemessen an dieser Kernfrage sind alle anderen Streitpunkte eher zweitrangig. Die Abneigung der meisten Israelis gegen die jetzt bekannt gewordenen Verhandlungen gründet sich aber auch darauf, dass Syrien keine Demokratie ist. Was heute verhandelt, verabredet und unterzeichnet wird, kann trotz aller internationaler Garantien morgen, wenn der Machthaber in Damaskus wechselt, nicht mehr das Papier wert sein, auf dem es geschrieben steht. Der Versuch der Türken ist höchst löblich, aber es wird ein Versuch bleiben. Leider!

Allgemeine Zeitung Mainz

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