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Jüdische Diaspora

Ein Amulett aus einem Kindergrab ist das älteste Zeugnis jüdischer Siedler in Österreich. Wie das Magazin GEO in seiner November-Ausgabe berichtet, war das Fundstück bei einer Grabung im römerzeitlichen Friedhof von Halbturn bei Wien zutage gekommen. Der Archäologin Nives Doneus fiel bei der Aufarbeitung des Materials ein beschriftetes Goldblech in der silbernen Kapsel auf. Besonders geheimnisvoll: eine Inschrift aus griechischen Lettern, die zunächst keinen Sinn ergab. Erst zusammen mit dem Wiener Professor für Judaistik, Armin Lange, konnte die Botschaft entschlüsselt werden. Es handelt sich um die hebräische, mit griechischen Buchstaben niedergeschriebene Gebetsformel „Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist Einer“. Vermutlich sollte das Amulett seinen Träger zu Lebzeiten vor Krankheit schützen. Bei dem bestatteten Kind dürfte es sich um den Abkömmling einer Sklavenfamilie handeln. Denn die Grabanlage entstand in die Zeit kurz nach dem Zweiten jüdischen Krieg (132-135 n. Chr.). Dieser endete mit der Eroberung Jerusalems durch Kaiser Hadrian. Zahlreiche Juden waren damals in römische Gefangenschaft geraten und in alle Teile des Großreichs verkauft worden.

GEO, P2news

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