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Jetzt wird die Milch knapp

Streikankündigungen schocken in diesen Wochen niemanden mehr. Erst die Bahn, dann der öffentliche Dienst, dann die Post. Und nächste Woche wollen auch noch die Bauern ihre Milch lieber wegschütten, als sie zu den derzeitigen Preisen an die Molkereien zu verkaufen. Denn die zahlen seit Wochen deutlich weniger für die Milch. Die Reaktion der Landwirte ist nachvollziehbar, weil sie in den vergangenen Monaten hohe Kosten wegen gestiegener Futtermittel- und Energiepreise hatten. Dennoch bringt in Zeiten schwankender Nachfrage und Preisänderungen eine sture Forderung nach einem festen Abnahmepreis von 43 Cent die Bauern nicht weiter. Die beschränkte und wettbewerbsferne Milchquote ist das eigentliche Problem der Landwirte. Sie hindert Bauern daran, flexibel auf Nachfrage zu reagieren, mehr Kühe zu kaufen und die Produktion zu steigern – um in der Folge auch mehr Geld verdienen zu können. Denn wie nie zuvor steigt derzeit weltweit die Nachfrage nach Molkereiprodukten. Und das vor allem in Märkten, die Landwirte in der EU bislang nicht auf der Rechnung hatten. Ein Blick in die Vergangenheit beweist, dass die staatlichen Schutzmechanismen den Fall der Erzeugerpreise sowieso nie verhindern konnten. Dann hätte das sinnlose Festpreisfeilschen wenigstens künftig ein Ende.

Rheinische Post

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