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Israels frischer Wind

Der Triumph von Zipi Livni bei der Wahl zur neuen Vorsitzenden der Regierungspartei Kadima ist ein Etappensieg, mehr nicht. Nun muss Israels Noch-Außenministerin zeigen, dass sie in der Lage ist, eine solide Regierungskoalition zu zimmern und dann als Ministerpräsidentin die Geschicke des Landes zu bestimmen. Die kommenden Wochen werden schwierig, denn alle Koalitionspartner werden um Macht und Einfluss pokern. Livni muss Rivalitäten ausgleichen, sie muss aber auch in die eigene Partei hineinwirken, denn der bei der Wahl knapp unterlegene Parteiflügel um Mitbewerber Schaul Mofaz wird nicht einfach mit gesenktem Haupt zur Tagesordnung übergehen. Gelingt ihr das, dann hat Livni durchaus die Statur, nach Golda Meir als zweite Frau an die Spitze der Regierung zu rücken. Die Wahl war eine Richtungswahl. Livni steht für Diplomatie als Ansatz für Problemlösungen. Schaul Mofas als ehemaliger Generalstabschef und Verteidigungsminister setzt eher auf militärische Stärke als Mittel der Politik. Die Kadima-Mitglieder haben ihren künftigen Partei-Kurs bestimmt. Bei Neuwahlen – sollte Livni bei ihrer Koalitionsbildung scheitern – werden die Israelis möglicherweise anders wählen. Livni ist daher jetzt zum Erfolg verpflichtet.

Rheinische Post, P2news

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