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Iren haben ihre bisherige Regierung in die Wüste geschickt

Es war eine Bestrafung: Die Iren haben ihre bisherige Regierung in die Wüste geschickt, aus Wut und Enttäuschung über den blamablen Absturz ihres Landes, das sich noch vor kurzem als „keltischer Tiger“ feiern ließ. Jetzt sind alle Augen auf den neuen Premier Enda Kenny gerichtet. Zwar hat der politische Veteran seinen Landsleuten keine neuen Wirtschaftswunder versprochen. Aber er hat sich weit aus dem Fenster gelehnt, als er ihnen vor der Wahl schwor, er wolle in Europa günstigere Zinsbedingungen für den aufgespannten Euro-Rettungsschirm aushandeln. Es geht dabei nicht nur um symbolische Schritte. Das Sorgenkind der EU will von der Gemeinschaft deutliche finanzielle Zugeständnisse fordern und dabei auf seine besondere Rolle pochen. Die Iren betrachten die Finanzhilfe, die ihnen die EU aufgedrängt hat, nämlich als eine Art Pilotversuch für eine möglicherweise bald auch auf dem Kontinent nötige Euro-Rettungsaktion. Sie erwarten deshalb vor allem von Deutschland aktive Hilfe, sprich neue Opfer. Wahlsieger Kenny dürfte mit seiner Forderung nach einer schnellen Entlastung aber wohl auf taube Ohren stoßen. Die EU verlangt, dass die neue irische Regierung zunächst ihre Hausaufgaben macht.

P2News/Rheinische Post

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