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Indonesiens Frauen auf dem Vormarsch

„Wir, die wir die Frauenrechte-Charta von Aceh unterzeichnet haben, glauben, dass die gerechte Behandlung von Frauen im Einklang mit den Prinzipien des Islam steht“. So beginnt die Erklärung, die morgen in Banda Aceh als erste ihrer Art in der islamischen Welt verabschiedet wird. Unterzeichner sind der Gouverneur von Aceh, der Vorsitzende des Regionalparlaments, Vertreter von Regierung, Justiz und Polizei sowie islamischer Institutionen und Nicht-Regierungsorganisationen.

Die Erklärung ist richtungweisend für den zukünftigen Entwicklungsprozess in Aceh. Die ehemalige Bürgerkriegsregion wurde durch den Tsunami Ende 2004 fast vollständig verwüstet. Die Charta billigt zum Beispiel alleinstehenden Frauen und Witwen erstmals den Besitz eines Personalausweises oder auch Landeigentum zu. Sie definiert Persönlichkeitsrechte, Rechtsschutz, politische und zivile Rechte sowie soziale, wirtschaftliche und kulturelle Rechte und orientiert sich in weiten Teilen am Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Überwindung jeglicher Diskriminierung der Frau. Die Charta ist das Ergebnis eines unmittelbar nach der Tsunami-Katastrophe begonnenen und sehr kontrovers geführten Dialogs der Bewohner Acehs, den die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) mitgestaltet und begleitet hat. Aceh ist die einzige Provinz Indonesiens, in der die islamische Scharia als Rechtsordnung gilt. Die Unterzeichner berufen sich auf eine moderne Interpretation des Islam. „Die Charta ist ein Durchbruch für die mehr als zwei Millionen Frauen in Aceh“, sagt Khairani Arifin, Frauenaktivistin und Mitverfasserin der Charta. „Sie ist auch die erste islamische Charta, die eine derart breite gesellschaftliche und politische Unterstützung erhielt.“

Eine weitere große Herausforderung steht allerdings noch bevor, so Cut Sri Rozanna, Mitarbeiterin der GTZ. Die in der Charta verbrieften Rechte müssten jetzt in der gesamten Provinz bekannt gemacht werden. Schritt für Schritt sollen die Frauen ihre Rechte kennen und in Anspruch nehmen lernen. Das bedeutet auch nach Meinung der Aktivistin Arifin ein echtes Stück Arbeit. „Ich bin aber optimistisch, dass wir auch hier erfolgreich sein werden.“

Als weltweit tätiges Bundesunternehmen der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH die Bundesregierung bei der Verwirklichung ihrer entwicklungspolitischen Ziele. Sie bietet zukunftsfähige Lösungen für politische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklungen in einer globalisierten Welt und fördert komplexe Reformen und Veränderungsprozesse auch unter schwierigen Bedingungen. Ihr Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern.

P2news

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