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Im Rennen gibt es keine zweite Chance, keine Ausreden

Diesmal meldet sich Diesmal meldet sich Tom Kristensen in seiner wöchentlichen Kolumne aus Le Castellet. Der Le-Mans-Sieger gehört zum Audi Sport Team Joest, das im Juni auf der legendären Rennstrecke an den Start geht. Gemeinsam mit Allan McNish und Dindo Capello will er es wissen. Dem ordnet Kristensen derzeit alles unter. Auch Testerfahrungen, die er in Le Castellet hätte sammeln können, dann aber doch darauf verzichtete. Dennoch: In Le Mans muss alles auf den Punkt passen.

„Bonjour aus Le Castellet! Es gibt eine gute Nachricht: Am Mittwoch konnte ich in Monza endlich den neuen Audi R15 plus fahren. Wie Sie wissen, habe ich mir im Januar beim Badmintonspielen die Achillessehne im linken Bein gerissen. Dass ich nur zwölf Wochen später schon wieder im Rennauto sitzen kann, hat sogar meine Ärzte überrascht.

Ich habe mich schon nach wenigen Runden im Cockpit wieder richtig wohlgefühlt und hatte viel weniger Probleme als 2007 nach meinem schweren DTM-Unfall. Die Rundenzeiten haben sofort gestimmt, und ich habe das kurze Programm, das mir die Jungs vom Audi Sport Team Joest gegeben haben, abgespult.

Die größten Schmerzen hat mir das Kuppeln bereitet, weil ich das Kupplungspedal noch nicht richtig betätigen kann. Sie müssen sich vorstellen, dass man in einem LMP1-TDI sehr viel Kraft benötigt, um das Kupplungspedal zu treten. Man muss jedes Mal über 50 Kilogramm stemmen – in meinem Fall mit dem verletzten linken Fuß, der nach dem Test stark angeschwollen war.

Deshalb haben Audi-Doc Christian John, das Team und ich gestern entschieden, auf meinen Einsatz in Le Castellet an diesem Wochenende zu verzichten. Gerade weil der bisherige Heilungsprozess so toll verlaufen ist, können wir kein Risiko eingehen – vor allem, da die Testfahrten, die in den nächsten Wochen anstehen, für Audi und mich viel wichtiger sind als das Rennen in Le Castellet. Denn unser großes Ziel heißt unverändert Le Mans. Und das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren.

Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Das Rennen in Le Castellet hat für Audi durchaus Bedeutung – aber eben eine andere als sonst beim Saisonauftakt einer Rennserie. Wir fahren nicht um die Meisterschaft. Le Castellet dient vielmehr dazu, den R15 plus möglichst früh unter Rennbedingungen kennenzulernen und auch die Mannschaft einzuspielen.

Denn Testfahrten und Rennen sind einfach zwei Paar Schuhe, die sich ergänzen – man braucht sie beide. Beim Testen kann man viele verschiedene Dinge ausprobieren. Man kann besser analysieren und besser korrigieren. An einem Rennwochenende geht das nicht, da muss alles auf den Punkt passen. Es gibt keine zweite Chance, keine Ausreden. Man fährt im Verkehr und geht noch mehr ans Limit. Das liegt einfach in der Natur des Menschen, der in einer Wettbewerbssituation noch mehr aus sich herausholen kann.

Deshalb habe ich auch höchsten Respekt vor den Rennmechanikern, die bei den 24 Stunden von Le Mans im Einsatz sind. Sie sind an den beiden Renntagen mehr als 36 Stunden auf den Beinen und dürfen sich auch unter größter Anspannung nicht den kleinsten Fehler erlauben. Auch sie trainieren – aber mit Adrenalin bei einem Rennen ist ein Boxenstopp doch etwas anderes als beim Üben. Das sieht man auch in der DTM oder der Formel 1. Man kann tausendmal alle Handgriffe üben –wenn der Druck des Rennens da ist, geht trotzdem immer mal wieder etwas schief.

Es ist kein Zufall, dass die Jungs vom Audi Sport Team Joest in Le Mans seit Jahren für ihre schnellen und zuverlässigen Boxenstopps und ihre tolle Arbeit bekannt sind. Es sind so unheimlich viele Dinge und Kleinigkeiten, auf die es in Le Mans ankommt: die Strategie, das richtige Timing bei den Reifen, das Überwachen und schnelle Analysieren der Telemetrie-Daten, die Kommunikation mit den Fahrern, und vieles, vieles mehr – darüber werde ich Ihnen im Detail in den nächsten Wochen berichten. Heute nur so viel: Eine bessere Crew kann man sich in Le Mans kaum wünschen. An sechs meiner acht Le-Mans-Siege waren sie beteiligt. Im Juni peilen wir einen weiteren an.

Auch wenn ich in Le Castellet nicht fahren werde, bin ich das ganze Wochenende vor Ort. Ich werde mir alles ganz genau anschauen, an den technischen Meetings teilnehmen und versuchen, meinen Teil dazu beizutragen, dass wir so viel wie möglich von diesem Wochenende lernen. Und zum Glück ist hier kein Starbucks in der Nähe. Allan und Dindo werden hier von unserer tollen Catering-Crew versorgt und müssen mir nicht auf der Tasche liegen …“

Ihr Tom Kristensen in seiner wöchentlichen Kolumne aus Le Castellet. Der Le-Mans-Sieger gehört zum Audi Sport Team Joest, das im Juni auf der legendären Rennstrecke an den Start geht. Gemeinsam mit Allan McNish und Dindo Capello will er es wissen. Dem ordnet Kristensen derzeit alles unter. Auch Testerfahrungen, die er in Le Castellet hätte sammeln können, dann aber doch darauf verzichtete. Dennoch: In Le Mans muss alles auf den Punkt passen.

„Bonjour aus Le Castellet! Es gibt eine gute Nachricht: Am Mittwoch konnte ich in Monza endlich den neuen Audi R15 plus fahren. Wie Sie wissen, habe ich mir im Januar beim Badmintonspielen die Achillessehne im linken Bein gerissen. Dass ich nur zwölf Wochen später schon wieder im Rennauto sitzen kann, hat sogar meine Ärzte überrascht.

Ich habe mich schon nach wenigen Runden im Cockpit wieder richtig wohlgefühlt und hatte viel weniger Probleme als 2007 nach meinem schweren DTM-Unfall. Die Rundenzeiten haben sofort gestimmt, und ich habe das kurze Programm, das mir die Jungs vom Audi Sport Team Joest gegeben haben, abgespult.

Die größten Schmerzen hat mir das Kuppeln bereitet, weil ich das Kupplungspedal noch nicht richtig betätigen kann. Sie müssen sich vorstellen, dass man in einem LMP1-TDI sehr viel Kraft benötigt, um das Kupplungspedal zu treten. Man muss jedes Mal über 50 Kilogramm stemmen – in meinem Fall mit dem verletzten linken Fuß, der nach dem Test stark angeschwollen war.

Deshalb haben Audi-Doc Christian John, das Team und ich gestern entschieden, auf meinen Einsatz in Le Castellet an diesem Wochenende zu verzichten. Gerade weil der bisherige Heilungsprozess so toll verlaufen ist, können wir kein Risiko eingehen – vor allem, da die Testfahrten, die in den nächsten Wochen anstehen, für Audi und mich viel wichtiger sind als das Rennen in Le Castellet. Denn unser großes Ziel heißt unverändert Le Mans. Und das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren.

Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Das Rennen in Le Castellet hat für Audi durchaus Bedeutung – aber eben eine andere als sonst beim Saisonauftakt einer Rennserie. Wir fahren nicht um die Meisterschaft. Le Castellet dient vielmehr dazu, den R15 plus möglichst früh unter Rennbedingungen kennenzulernen und auch die Mannschaft einzuspielen.

Denn Testfahrten und Rennen sind einfach zwei Paar Schuhe, die sich ergänzen – man braucht sie beide. Beim Testen kann man viele verschiedene Dinge ausprobieren. Man kann besser analysieren und besser korrigieren. An einem Rennwochenende geht das nicht, da muss alles auf den Punkt passen. Es gibt keine zweite Chance, keine Ausreden. Man fährt im Verkehr und geht noch mehr ans Limit. Das liegt einfach in der Natur des Menschen, der in einer Wettbewerbssituation noch mehr aus sich herausholen kann.

Deshalb habe ich auch höchsten Respekt vor den Rennmechanikern, die bei den 24 Stunden von Le Mans im Einsatz sind. Sie sind an den beiden Renntagen mehr als 36 Stunden auf den Beinen und dürfen sich auch unter größter Anspannung nicht den kleinsten Fehler erlauben. Auch sie trainieren – aber mit Adrenalin bei einem Rennen ist ein Boxenstopp doch etwas anderes als beim Üben. Das sieht man auch in der DTM oder der Formel 1. Man kann tausendmal alle Handgriffe üben –wenn der Druck des Rennens da ist, geht trotzdem immer mal wieder etwas schief.

Es ist kein Zufall, dass die Jungs vom Audi Sport Team Joest in Le Mans seit Jahren für ihre schnellen und zuverlässigen Boxenstopps und ihre tolle Arbeit bekannt sind. Es sind so unheimlich viele Dinge und Kleinigkeiten, auf die es in Le Mans ankommt: die Strategie, das richtige Timing bei den Reifen, das Überwachen und schnelle Analysieren der Telemetrie-Daten, die Kommunikation mit den Fahrern, und vieles, vieles mehr – darüber werde ich Ihnen im Detail in den nächsten Wochen berichten. Heute nur so viel: Eine bessere Crew kann man sich in Le Mans kaum wünschen. An sechs meiner acht Le-Mans-Siege waren sie beteiligt. Im Juni peilen wir einen weiteren an.

Auch wenn ich in Le Castellet nicht fahren werde, bin ich das ganze Wochenende vor Ort. Ich werde mir alles ganz genau anschauen, an den technischen Meetings teilnehmen und versuchen, meinen Teil dazu beizutragen, dass wir so viel wie möglich von diesem Wochenende lernen. Und zum Glück ist hier kein Starbucks in der Nähe. Allan und Dindo werden hier von unserer tollen Catering-Crew versorgt und müssen mir nicht auf der Tasche liegen …“

Ihr Tom Kristensen

P2News/auto-reporter

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