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IG Metall empfiehlt Tarifforderung im Volumen von 7 bis 8 %

IG Metall-Vorstand empfiehlt Tarifforderung im Volumen von sieben bis acht Prozent

Der Vorstand der IG Metall hat für die anstehenden Verhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie eine Tarifforderung im Volumen von sieben bis acht Prozent empfohlen. Das teilte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, am Montag in Frankfurt in einer Pressekonferenz mit. Auf dieser Basis werden die regionalen Tarifkommissionen in den nächsten zwei Wochen ihre Forderungsanträge stellen, den endgültigen Forderungsbeschluss wird der IG Metall-Vorstand in einer außerordentlichen Sitzung am 23. September treffen.

„Dieser Forderungskorridor berücksichtigt die gesamtwirtschaftliche Lage und er berücksichtigt die Erwartungen der Arbeitnehmer“, sagte Huber. Die Forderung in diesem Korridor werde darüber hinaus „den konjunkturellen Erfordernissen der Stützung der Binnenkonjunktur im nächsten Jahr gerecht“. Die IG Metall rechnet im kommenden Jahr mit einer Produktivitätssteigerung von 1,5 Prozent und einer Inflationsentwicklung von 2,5 Prozent. Daraus errechne sich ein verteilungsneutraler Spielraum von vier Prozent. „Uns geht es aber um mehr“, betonte der IG Metall-Vorsitzende, „es geht um mehr Gerechtigkeit und es geht um mehr Wachstum“.

Das aktuelle Wachstum sei unbalanciert und ungerecht, sagte Huber. Der Aufschwung sei ausschließlich exportabhängig, die Inlandsnachfrage komme nicht in Schwung. „Soweit wir können, wollen wir mit unserer Tarifpolitik dazu beitragen, dass beide Beine der Wirtschaft, Export und Binnennachfrage, Wettbewerbsfähigkeit und gerechte Einkommen, gestärkt werden“. Zwischen 2004 und 2007 seien die Nettogewinne der Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie um 220 Prozent gestiegen, die Entgelte der Beschäftigten nur um zehn Prozent und real nur um zwei Prozent im gleichen Zeitraum. „Wir haben einen hohen Nachholbedarf in Sachen Gerechtigkeit und Binnenwachstum.“

Die IG Metall erkenne, dass sich die konjunkturelle Dynamik verlangsamt habe. „Es gibt jedoch keinen Grund, an der wirtschaftlichen Potenz der deutschen Wirtschaft zu zweifeln“, sagte Huber. Er warf den Arbeitgebern vor, die Anzeichen einer konjunkturellen Abschwächung zu nutzen, um Belegschaften zu verunsichern, indem sie große Gefahren für Arbeitsplätze heraufbeschwören. „Es wäre fahrlässig, wenn die Kassandrarufe so laut werden, dass sie sich im stimmungsanfälligen Börsenkapitalismus als selbsterfüllende Prophezeiung erweisen.“

Das für Tarifpolitik zuständige Vorstandsmitglied, Helga Schwitzer, machte deutlich, dass die IG Metall eine schnelle Tarifrunde anstrebe. „Wir wollen frühzeitig wissen, wohin die Reise geht. Ich bin mir sicher, Metallerinnen und Metaller erwarten eine kurze und knackige Tarifrunde und ein Ergebnis deutlich vor Weihnachten“, sagte Schwitzer. Beide Tarifvertragsparteien hätten sich beim letzten Abschluss im Jahr 2007 darauf verständigt, auf die Einhaltung einer vierwöchigen Friedenspflicht nach Auslaufen der Tarifverträge am 31. Oktober zu verzichten. „Dies kann der Tarifrunde eine besondere Dynamik verleihen“, betonte Schwitzer.

IG Metall

P2News

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