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Herodes – Tyrann und kühner Bauherr der Antike

König Herodes war nicht nur ein brillanter Feldherr, der seinem Reich Macht und Wohlstand brachte, sondern auch einer der ideenreichsten Bauherren der Antike. Das berichtet NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in der Titelgeschichte der Dezember-Ausgabe. Die Ausgrabungen des Archäologen Ehud Netzer, die von der National Geographic Society unterstützt werden, belegen die architektonische Meisterleistung der Palastanlage Herodeion, in der Herodes begraben ist. Dieses Bauwerk mit großzügigen Bädern und weitläufigen Gärten war zur Zeit seiner Erbauung vermutlich die größte Palastanlage der römischen Welt. Das Gleichmaß der Formen, die imposanten Gebäude, die Säulengänge und das plätschernde Wasser müssen eine unvergleichliche Atmosphäre von Ruhe und Frieden geschaffen haben. Netzer vermutet, dass Herodes den Plan für das Herodeion selber entworfen hat, um mit dieser Anlage seine Vorstellungen einer idealen Stadt zu verwirklichen. Herodes errichtete weitere bedeutende Bauwerke, darunter den Tiefwasserhafen in der von ihm gegründeten Hafenstadt Caesarea und den Nordpalast in Masada. Beim Wiederaufbau des Zweiten Tempels in Jerusalem verwendete er riesige Grundsteine, einige mehr als 12 Meter lange und 600 Tonnen schwer. Reste dieses Bauwerks, die Klagemauer, zählen heute zu den heiligsten Orten des Judentums.

Aufgrund der Berichte im Matthäus-Evangelium ist Herodes heute vor allem als Tyrann bekannt. Dabei hat er mit dem ihm zugeschriebenen Kindermord von Bethlehem mit großer Sicherheit nichts zu tun. Zahlreiche Quellen belegen aber, dass der Monarch sehr grausam war: Er tötete drei seiner Söhne, auch seine Frau und seine Schwiegermutter sowie Angehörige des Hofstaats ließ er hinrichten. Im April 2007 entdeckte Netzer auf den oberen Hängen des Herodeions das Grab des Königs. Und Herodes wurde offenbar noch über seinen Tod hinaus gehasst: Hammerspuren zeigen, dass die Sarkophage in seinem Grab absichtlich zerstört wurden.

NATIONAL GEOGRAPHIC, P2news

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