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Handel im Wandel: Profitabilität sinkt weiter

Laut des Deloitte-Reports „Emerging from the Downturn – Global Powers of Retailing 2010“ rückt Deutschland in die Medaillenränge der Top 250 weltgrößten Einzelhandelskonzerne vor. Erstmals hat Metro die britische Tesco überholt und liegt nun nach Umsatz auf Platz drei. Die Schwarz Gruppe machte gleich zwei Plätze gut und steht jetzt an fünfter Position, Aldi kletterte auf Rang neun und Rewe gelang eine Positionierung an elfter Stelle. Als besonders wachstumsstark erwies sich wie auch schon 2007 Rossmann und ist als einziges deutsches Unternehmen in den Top 50 der am schnellsten wachsenden Handelskonzerne vertreten (Platz 22). Besonders aktiv zeigen sich die Europäer im grenzüberschreitenden Geschäft: Deutsche und französische Konzerne erzielten ihre Abverkäufe beispielsweise zu 40 Prozent im Ausland, diese Unternehmen mit internationaler Ausrichtung erwiesen sich als die generell besseren Performer gegenüber den lokal fokussierten. Überdies waren diversifizierte Anbieter wie Metro und Tengelmann anders als noch 2007 die im Vergleich erfolgreicheren.

„Die Profitabilität aller Top-250-Unternehmen fiel insgesamt von 3,7 auf 2,4 Prozent – in Europa sogar von 4,1 auf 2,7 Prozent – und die Verbraucher zeigten sich weniger ausgabefreudig. Auch müssen die Handelskonzerne in den nächsten Jahren mit einem veränderten Verbraucherverhalten und mit einer geografischen Nachfrageverschiebung rechnen – weg von den klassischen ‚Konsumländern‘ hin zu den bislang eher exportorientierten Ländern“, erklärt Jochen Kuhnert, Partner Retail bei Deloitte.

Plus bei Lebensmitteln, minus bei Mode

Die Wirtschaftskrise hat bei den Einzelhandelskonzernen Spuren hinterlassen. Am schlimmsten traf es dabei Anbieter, die über den Basisbedarf wie z.B. Lebensmittel hinausgehen. Die Lebensmittelhändler ihrerseits dominieren nicht nur die Top 250, sondern konnten ihre Abverkäufe in 2008 sogar moderat steigern – allerdings bei vergleichsweise geringer Profitabilität. Im Bereich Mode hingegen zeigte sich ein negatives Wachstum von -0,6 Prozent. Im internationalen Vergleich steht Europa mit einem Abverkaufsplus von insgesamt 7,2 Prozent deutlich besser da als die USA (4,5 Prozent). Auch in Asien war der Zuwachs mit 7,3 Prozent, trotz der Schwäche Japans (1,4 Prozent), akzeptabel. Insgesamt fiel das Plus bei den Abverkäufen aller Top-250-Konzerne mit 6,3 Prozent um 1,3 Prozentpunkte schwächer als im Vorjahr aus, die Profitabilität sank dabei von 3,7 auf 2,4 Prozent.

Drei Deutsche in den Top Ten

Zu den 19 deutschen Unternehmen der Top 250 gehören neben Metro, Schwarz Gruppe, Aldi und Rewe unter anderem auch Edeka (Platz 19), Tengelmann (58), Otto (70), Arcandor (71), Schlecker (89) sowie C&A (99). Weitere deutsche Vertreter sind Globus, dm, Praktiker, Rossmann, Celesio, Norma, die Douglas Holding, die Deichmann Group, Bauhaus und Hornbach. Gegenüber dem Vorjahr gibt es damit nur wenige Veränderungen, jedoch konnten die deutschen Vertreter in den Top Ten ihre Position verbessern.

Diversifizierte Anbieter erfolgreicher

Deutliche Unterschiede zu 2007 sind vor allem in zwei Bereichen zu erkennen: Zum einen konnten sich die Anbieter mit einem diversifizierten Portfolio gegenüber den fokussierten Unternehmen besser behaupten – „Multi-Format“-Konzerne verkauften deutlich mehr. Zum anderen markierte 2008 die Renaissance der Supermärkte. Sie konnten ihre traditionelle Stärke innerhalb der Top 250 nicht nur halten und z.B. gegen Hypermärkte und Convenience Stores verteidigen, sondern stellen auch die meisten Neueinstiege in die Top-Liste. Weiterhin ausbaufähig ist die Internet-Präsenz der Handelsunternehmen – hier ist Europa mit 4,1 Prozent E-Commerce-Anteil an den Gesamtverkäufen führend, in Asien beträgt der Anteil nur 0,8 Prozent. Insgesamt wird in den nächsten Jahren die Rolle der Social Networks als Kundenkommunikationsplattform stark zunehmen.

„Der Weg aus der Krise wird nicht einfach. Die Verbraucher achten enorm auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und sparen vor allem an Gütern aus dem Luxus- und Freizeitsegment. Interessant ist die Rolle der aufsteigenden Märkte, insbesondere China: Die internationalen Anbieter – gerade von Luxusartikeln – werden künftig dort um neue Kunden werben müssen. Zudem werden viele Unternehmen dieser Märkte ihrerseits den Wettbewerb entscheidend verschärfen“, resümiert Jochen Kuhnert.

P2News/Deloitte

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