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Große Kinder, große Sorgen

Wenn Teenager gegen ihre Umgebung rebellieren und neue Grenzen ausloten, beginnt für Eltern eine Zeit der Ängste und Sorgen. Laut einer exklusiven Umfrage der Frauenzeitschrift FÜR SIE unter 1003 Müttern und Vätern zwischen 35 und 60 Jahren fürchten 79 Prozent, dass ihr Kind ein Opfer von Gewalttaten werden könnte. An zweiter Stelle der Zukunftsängste steht mit 71 Prozent der Gedanke an die schlechten Arbeitsplatzperspektiven für die nachfolgende Generation. Fast 40 Prozent der Eltern sorgen sich, dass ihre Kinder Opfer von Drogen oder Essstörungen werden. Ebenso viele fürchten den schlechten Einfluss von falschen Freunden.

Neue medizinische Erkenntnisse können Eltern allerdings helfen, ihren pubertierenden Nachwuchs besser zu verstehen und zu unterstützen und damit eigene Ängste abzubauen. Eine seit sechzehn Jahren andauernde US-Studie zeigt, dass das menschliche Gehirn in der Pubertät komplexe Veränderungen erfährt und quasi einer Großbaustelle ähnelt. Intensiv genutzte Nervenzellen verstärken sich, andere schalten sich ab. Während die Umbauarbeiten in einigen Hirnregionen relativ rasch abgeschlossen sind, sorgen die Wachstumsschübe im Frontalhirn, dem Sitz für vorausschauendes Handeln, Abwägen von Konsequenzen und moralische Bewertung, über längere Zeit für Konfusion. Aus diesem Grund begreifen Jugendliche mitunter tatsächlich nicht, was man ihnen sagt, und begeben sich öfter leichtsinnig in Gefahr.

Dass im pubertierenden Gehirn alles auf Anfang steht, birgt jedoch zugleich die Chance, neues Verhalten zu erlernen. Dazu braucht es starke Vorbilder, die klare Regeln vorgeben und im Umgang mit den Jugendlichen Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. Schließlich stellen die Jugendlichen die Lebenseinstellung ihrer Eltern permanent in Frage. „Vertrauen schenken, liebevoll dranbleiben und nicht von Ritualen abrücken“, empfiehlt Entwicklungspsychologin Dr. Karina Weichold. Strafen bei einem Regelbruch sollten konsequent, aber gut überlegt sein. „Gerade in diesen Zeiten des Umbaus ist es wichtig, die positiven Seiten des Kindes zu stärken. Das gibt Selbstvertrauen.“

In einer Langzeitstudie an der Universität Jena hat die Wissenschaftlerin das Verhalten pubertierender Mädchen erforscht. Ihr Fazit: Weibliche Teenager haben es schwerer. „Während die Jungs in der Pubertät dem männlichen Idealtyp mit mehr Muskeln entgegenwachsen“, erklärt Weichold, „entfernt sich der weibliche Körper mit seinem zunehmenden Rundungen vom gängigen Schönheitsideal, dem androgynen Kate-Moss-Typ.“ Zudem richteten Jungen ihre Wut und Unausgeglichenheit eher nach außen, wohingegen Mädchen zu Mimosen würden und sich zurückzögen.

FÜR SIE

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