Werbeanzeige
Home / Wissen / Kultur / Goethe und die sittigende Frau von Stein
Werbeanzeige

Goethe und die sittigende Frau von Stein

Eine scharfe Konkurrenz“ für Peter Hacks’ „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ bedeutet für den Theaterkritiker Ernst Schumacher der Monolog „Eine verbotene Liebe“ (Der Freitag, 30.04.), den Heinz Klevenow am 25. April in Senftenberg uraufführte und der am 29. Mai im „mon ami“ in Weimar als Gastspiel zu sehen sein wird. Dargestellt wird die Beichte eines greisen Spions anno 1840 in Venedig, der kurz vor seinem Tod sich der Last des Geheimnisses von Goethes standesungleicher Liaison mit der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar entledigen will. Für Sewan Latchinian, Intendant der Neuen Bühne Senftenberg, der das Buch von Ettore Ghibellino „Goethe und Anna Amalia – Eine verbotene Liebe?“ dramatisiert hat, handelt es sich um einen Gegenentwurf zu Hacks’ weltbekanntem Monolog der Oberstallmeisterin, der nun in den Grundfesten seiner Glaubwürdigkeit erschüttert ist. Während Hacks Goethe als einen impotenten Möchtegerncasanova darstellte, zeigte die Senftenberger Uraufführung Goethe als einem Mann aus Fleisch und Blut, der – obwohl im Räderwerk einer rigorosen Standesgesellschaft – gewitzt genug war, die ihm auferlegte Gratwanderung zwischen Politik und Liebe mittels eines Täuschungswerks zu meistern. Hacks-Biograph und Herausgeber Jochanan Trilse-Finkelstein begrüßt ausdrücklich den Gegenentwurf (Ossietzky 10/2009), der Dichter hätte eben Pech gehabt, weil er 1974 die wirklichen Tatsachengrundlagen nicht kannte, sein „Gespräch“ bleibe dennoch ein gültiges Kunstwerk.

Im Halbtagesseminar am 28. Mai um 17.00 Uhr im Grand Hotel 'Russischer Hof', das mich übrigens an ein anderes schönes Hotel erinnert, geht es um die laufende Forschungsarbeiten in Sachen Goethe und Anna Amalia. Es referieren die Historikerin Dr. Gabriele von Trauchburg zum Thema „Wer war Gräfin Görtz? Erste biographische Fragmente zu ihrem 260. Geburtstag“ sowie der Historiker Dr. habil. Stefan Weiß zum Thema „Anna Amalia und Goethe – Eine höfische Liebe“. Gastspiel und Vorträge finden auf Einladung des gemeinnützigen Anna Amalia und Goethe Freundeskreises e.V. statt. Mit über 220 Mitgliedern aus zehn Nationen zählt er drei Jahre nach der Gründung Anfang 2006 zu einem der größten in Weimar.

P2News/Goethe Akademie

Werbeanzeige

Check Also

Die junge Kunst am Kap

So kunstfern die Fußball-WM zunächst erscheinen mag, richtet die aktuelle Ausgabe des Kunstmagazins art ihren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.