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Glos und Merkel

Michael Glos ist geradezu trunken von dem Gefühl, nach der Entlassung als Wirtschaftsminister endlich „frei“ zu sein. Getreu dem Sprichwort, wonach Kinder und Betrunkene die Wahrheit sprechen, muss die Wortwahl von Glos in diesem Stimmungszustand zu denken geben. Verbittert macht er die Kanzlerin mitverantwortlich für seinen spektakulären Abgang. Es entspricht nicht nur seiner eigenen Wahrnehmung, dass Angela Merkel gegenüber Glos seit langem fremdelt. Was hätte dagegen gesprochen, nicht nur mit dem SPD-Finanzminister, sondern auch mit dem eigenen Wirtschaftsminister vor die Kameras zu treten, um die Vorhaben im Kampf gegen die Krise zu verkünden? Kritik an mangelnder Rückendeckung aus dem Kanzleramt hatte Glos bereits ab November geäußert. Die Kanzlerin ließen diese Warnzeichen kalt. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer feiert mit Champagner, dass er nicht Merkels Wirtschaftsminister wurde, das Ausnahmetalent Friedrich Merz ist mit seinem wirtschaftspolitischen Sachverstand geradezu auf der Flucht vor Merkel. Und nun die klaren Glos-Worte. Merkel hat noch viel Arbeit vor sich, wenn sie hier wieder Kompetenzen für die Union gewinnen will. Wenn sie denn will.

Rheinische Post

P2News

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