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Glos, der schwarze Beck – Kommentar

Man konnte dem einst stolzen bayerischen Mannsbild Michel Glos beim Verfall zusehen. Die jugendlich gefärbten Haare wurden schlohweiß, die Augen müde vom Vorübergehn der Stäbe des Wirtschaftsministeriums. Eigentlich hatte Glos schon beim Antritt mit dem ungeliebten Ministerposten abgeschlossen. Wund gerieben an der eigenen Ahnungslosigkeit, zermürbt vom Mobbing der Parteifreunde flehte er nun: „Ich bin ein Minister – holt mich hier raus!“ Glos erinnert an SPD-Chef Beck, einen anderen biederen Handwerker des Politikgeschäfts, den die Zeitläufte zu weit nach oben spülten. Der von Glos‘ ungeahnter Dynamik in eigener Sache überrumpelte CSU-Chef Seehofer und die Kanzlerin sollten ihm den Vorruhestand gewähren, bevor die Posse länger dauert. Dass sich die Union mit der Neubesetzung des Wirtschaftsministeriums in der Krise und nur Monate vor der Bundestagswahl schwer tut, ist verständlich. Es lenkt aber auch den Blick auf die große Lücke in den Reihen der CDU/CSU, die sich beim wirtschaftlichen Sachverstand auftut. Der politische Wettbewerb lebt von Persönlichkeiten, die glaubhaft Programme verkörpern. In der Finanzkrise beherrscht SPD-Finanzminister Steinbrück nahezu allein die Rampe. Die Union hat derweil für das Wirtschaftsministerium die Wahl zwischen Lückenbüßern und Außenseitern.

Rheinische Post

P2News

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