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Giftigkeit bei Tieren

Experten gehen davon aus, dass es auf der Welt weit mehr als 100 000 Gifttierarten gibt. Allein durch Schlangenbisse sterben jährlich offiziell 125 000 Personen. Wie P.M. MAGAZIN in der aktuellen Ausgabe berichtet, liegt die Dunkelziffer deutlich höher. „Wir unterschätzen die Giftigkeit bei Tieren. Sie ist weiter verbreitet als wir denken“, sagt der emeritierte Professor für Toxikologie am Zentrum für Rechtsmedizin der Universität Frankfurt, Dietrich Mebs, der auch das Buch „Gifttiere“ – ein Standardwerk für Toxikologen und Ärzte – verfasst hat.

Begründet sieht Mebs den relativ geringen Wissensstand unter anderem darin, dass Forscher bevorzugt westliche Lebensräume im Blick haben und weniger die Tropen, wo es von Gifttieren nur so wimmelt. Der Experte reist seit fast 50 Jahren um die Welt und erforscht die tödliche Fauna. Mebs: „Wir kratzen nur an der Oberfläche. Es gibt noch etliche unerkannte Arten, vor allem in den Meeren.“

Jedes Gift wirkt anders und erfordert ein anderes Gegengift. Neurotoxine in Schlangengiften greifen das Nervensystem an, um das Opfer zu lähmen, und stören die Blutgerinnung, was zu innerer Verblutung führt. Die meisten Tiere produzieren das Gift in speziellen Drüsen und in Körperflüssigkeiten wie Speichel. Durch Stacheln, Zähne und Klauen werden die Substanzen transportiert. Manchmal werden sie auch ausgespuckt oder versprüht.

Sehr hohe Chancen, an eine Giftschlange zu geraten, haben Australien-Urlauber. 70 Prozent der dort lebenden Arten sind gefährlich. Darunter auch das giftigste an Land lebende Tier überhaupt: der bis zu zwei Meter lange Taipan. Das Gift eines einzigen Exemplars könnte 250 000 Mäuse oder 200 Menschen töten. Todesursache ist in der Regel Ersticken, da die komplette Muskulatur gelähmt wird und damit auch die Atmung.

P2News/Gruner+Jahr AG & Co KG

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