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Gespräch zwischen Guttenberg und Käßmann

Kirchenvertreter müssen nicht das politisch Opportune abwägen. Sie müssen keine Lösungskonzepte für bewaffnete Konflikte vorlegen und dürfen trotzdem den frommen Wunsch von einer besseren Welt ohne Gewalt und Waffen haben. Sie dürfen, wenn man so will, in diesem Punkt naiv sein. Es ist ihre Aufgabe, die Menschen aufzurütteln. Deshalb ist es keine Anmaßung und keine Grenzüberschreitung, wenn sich die Kirchen in zentralen, die Gesellschaft bewegenden Fragen zu Wort melden. Dafür müssen sie sich dann ihrerseits Kritik gefallen lassen. Aber im Fall von Bischöfin Käßmann war diese zum Teil maßlos und herabsetzend.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich von diesem Getöse wohltuend abgesetzt. Statt eine unbequeme Stimme niederzumachen, hat er das Gespräch gesucht. Politisch war das geschickt, aber in der Sache durchaus angebracht. Denn der kritische Dialog, der Meinungsstreit im besten Sinne ist beim Thema Afghanistan in der Vergangenheit zu kurz gekommen. Wenn das jetzt nachgeholt wird, hat sich die Käßmann-Kontroverse gelohnt.

P2News/Ostsee-Zeitung

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