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Gene beeinflussen Schmerzempfindlichkeit

Wer wenig schmerzempfindlich ist, sollte akute Schmerzen besonders ernst nehmen / Zur Akutbehandlung empfehlen Fachgesellschaften den Aspirin-Wirkstoff

Schmerzen gehören für viele Menschen zur Alltagserfahrung. Allein in Deutschland leiden mehr als 90 Prozent der Bevölkerung mehrmals im Jahr unter ihnen. Obwohl der Schmerz ein Alltagsphänomen ist, lässt er sich nicht mit objektiven Kriterien beschreiben, denn jeder empfindet ihn anders. Wie intensiv ein Mensch auf Schmerzreize reagiert, liegt unter anderem auch an den Erbanlagen, den so genannten Genen.

Gene beeinflussen das Schmerzempfinden

Schmerz ist eine sehr komplexe Wahrnehmung, die durch eine Vielzahl biologischer und psychosozialer Faktoren beeinflusst wird. Derzeit sind rund 50 Gene identifiziert, die das Schmerzgeschehen – etwa Druckempfinden, Kälte- oder Hitzeschmerz – oder die Schmerzverarbeitung mit beeinflussen. „Menschen, die bestimmte Gene oder Genvarianten tragen, sind daher schmerzempfindlicher als andere“, erläutert Prof. Dr. Peter Reeh, Institut für Physiologie und Experimentelle Pathophysiologie, Universität Erlangen-Nürnberg. Eine zufällige Veränderung im Erbgut – eine so genannte Mutation – kann dabei weitreichende Folgen auf die Reizwahrnehmung haben: Beispielsweise ist eine Mutation bekannt, die eine geringere Empfindlichkeit gegen Druckschmerzen zur Folge hat. Gleichzeitig bewirkt diese Mutation eine geschlechtsspezifisch unterschiedliche Schmerzempfindlichkeit: Männer macht sie resistenter gegen Hitzeschmerz, Frauen hingegen reagieren auf Hitzereize empfindlicher.

Neben den Genen, die das individuelle Schmerzempfinden beeinflussen, sind für die Forschung auch solche relevant, die bestimmte Krankheiten, zum Beispiel Migräne auslösen oder das Risiko eines Patienten für chronische Schmerzen erhöhen. Ein Beispiel ist das Gen „COMT“, das unter anderem die Reaktion der körpereigenen Schmerzhemmung beeinflusst. Dieses Gen liegt in zwei Varianten vor. Studien deuten darauf hin, dass Träger der einen Genvariante ein höheres Risiko besitzen, chronische Schmerzen zu entwickeln.

Schmerz hat einen biologischen Sinn

Der griechische Dichter Homer nannte den Schmerz den „bellenden Wachhund der Gesundheit“. Denn er hat eine wichtige biologische Funktion und ist für den Organismus lebensnotwendig: Als körpereigene Alarmanlage signalisiert er, wenn mit dem Körper etwas nicht stimmt. Wie wichtig er ist, zeigt sich bei Menschen, die eine erblich bedingte Schmerzunempfindlichkeit besitzen: Eine bestimmte Genmutation ist bei ihnen der Grund dafür, dass der Reiz nicht ins Gehirn weitergeleitet und somit kein Schmerz gespürt wird. „Da den Betroffenen der Schutzmechanismus fehlt, wissen sie nicht, wann sie ihren Körper einer Gefahr aussetzen und wann eine ernste Entzündung ihre Gesundheit bedroht“, sagt Reeh. Bekannt ist der Fall eines pakistanischen Jungen, der sich immer wieder Verletzungen zuzog. Anscheinend schienen ihm die Wunden nichts auszumachen. An seinem Geburtstag sprang er schließlich zur Unterhaltung seiner Freunde von einem Dach und erlag seinen Verletzungen. In seiner Familie sind aufgrund des genetischen Defekts einzelne Angehörige nicht in der Lage, Schmerzen zu verspüren.

Mit akuten Schmerzen richtig umgehen

Auch akute Alltagsschmerzen wie Kopf-, Rücken-, Muskel und Gelenkschmerzen dienen biologisch betrachtet dazu, den Menschen auf schädigende Prozesse im Körper aufmerksam zu machen. Unbehandelter akuter Schmerz birgt das Risiko, chronisch zu werden. Denn sich ständig wiederholende Schmerzreize machen das Sinnessystem immer empfindlicher ? ein so genanntes Schmerzgedächtnis bildet sich. Deshalb ist es wichtig, Schmerzen bereits im Akutstadium so bald wie möglich zu bekämpfen. Besonders Menschen, die wenig schmerzempfindlich sind, sollten akute Schmerzen ernst nehmen, da sie ihre körpereigene Alarmanlage erst spät „warnt“.

Mehrstufig gegen Schmerzen

Experten empfehlen, mehrstufig gegen Schmerzen vorzugehen. Dabei gilt der Grundsatz, Medikamente verantwortungsvoll einzusetzen und durch unterstützende Maßnahmen zu ergänzen. Gerade bei vielen nicht verletzungsbedingten Alltagsschmerzen ist Bewegung sinnvoll. Sie regt den Stoffwechsel an, baut Stresshormone ab, fördert die Durchblutung und stärkt Muskeln und Knochen. Empfehlenswert sind Ausdauersportarten, wie zum Beispiel Laufen, Fahrradfahren oder Schwimmen. Schmerzmittel machen durch Schmerzlinderung Bewegung oft erst wieder möglich. Bei der Akuttherapie von Alltagsschmerzen ist Aspirin laut Fachgesellschaften ein Mittel der ersten Wahl. Es wirkt dort, wo der Schmerz entsteht und hilft daher nicht nur bei Kopfschmerzen, sondern auch bei Rücken-, Muskel- und Gelenkschmerzen.

Bayer Vital

P2News

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