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Gas Ukraine: Eiskalter Neujahrsgruß – Kommentar

Der russische Energieriese Gasprom hat der Ukraine im Streit ums Geld den Gashahn zugedreht. Zwar beglich Kiew in letzter Minute eine offene Milliardenrechnung, Vertragsstrafe und künftiger Gaspreis sind jedoch strittig.

Alle Jahre wieder kommt es zum Konflikt. Auch Deutschland spürte schon einmal Folgen, als weniger Gas über die Fernleitungen ankam. Anders als seinerzeit ist aber jetzt kaum der Vorwurf zu hören, Moskau wolle die politisch unbequeme Regierung in Kiew mit der Energie-Knute auf Kurs bringen. Solche Kritik ginge auch an der Wirklichkeit vorbei. Hinter dem Streit steckt weniger Machtspiel als Markternst. Die Ukraine kann nicht damit rechnen, auf längere Sicht noch zu Preisen deutlich unter Weltmarktniveau beliefert zu werden. Und – etwa unter Hinweis auf die schwierige Wirtschaftslage – folgenlos hohe Schulden machen zu dürfen.

Zumal auch Gasprom nicht auf hohen Finanzpolstern sitzt. Der Konzern verlor im Zuge der Finanzkrise drei Viertel seines Marktwertes, ist hoch verschuldet und auf Staatshilfe angewiesen. Das setzt jeder Konzilianz Grenzen.

Für eine längere Kraftprobe ist das Thema denkbar ungeeignet. Rasche Verhandlungen sind notwendig – auch im Interesse der EU. Sie darf allen Versicherungen aus Moskau und Kiew zum Trotz nicht untätig zusehen, wie an Gasleitungen manipuliert wird, die auch ihre Versorgung maßgeblich sicherstellen.

Neue Osnabrücker Zeitung

P2News

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Ein Kommentar

  1. Und nun ohne etwas zu verbergen!
    Man schreibt den Winter 2008-2009… Europa friert. Wer ist schuld daran? Lasst uns ganz aufrichtig und ohne etwas zu verbergen reden.
    Wir sind schon daran gewohnt, dass jeder Jahresbeginn durch Moskow-Kyjiw-Streit gekennzeichnet ist. Aber diesmal ist uns eine andere und ganz ausserordentliche Situation getroffen. In erster Linie geht es um die Kremlforderung die Gaspreise für die Ukraine über das mitteleuropaishe Niveau zu erhöhen.
    Ausserdem niemals früher wurden die Gaslieferungen an die einzelnen europaischen Staaten unterbrochen. Jetzt wird solch eine Gefahr zur Realität. Besonders kras kam diese Situation auf den Balkanen zum Vorschein und jetzt kann sie auch die entwickelten europaischen Demokratien bedrohen.
    Man muss auch bemerken, dass Russland Lehre aus verlorenen Informationskriegen gezogen hat. Diesmal hat Kreml in voraus mit dem aggressiven Informationsbeschuss der westlichen Staaten angefangen. Jeder kann dies besonders deutlich gerade in der deutschen Presse spüren und in Erklärungen einiger Wirtschaftler und Politiker. Dabei wird das Ventil nicht nur auf dem Territorium von Russland zugedreht. Aber die Ukraine trägt dafür keine Verantwortung, weil sie dazu keine entsprechenden technischen Möglichkeiten hat. Und das offizielle Kyjiw nicht nur deklariert, sondern auch alle möglichen Schritte in der Richtung der Europäischen Union tut. Eben das erzürnt die Kremlmacht besonders. Lasst uns an die Ereignisse in Georgien im August 2008 erinnern. Gerade damals hat Moskau seine echte Haltung demonstriert zu den Staaten des postsowjetischen Raumes, die für sich nach einer günstigeren Perspektive im Rahmen von EU und NATO suchen, statt in einer Sklavenorientierung Richtung Kreml Staaten zu bleiben.
    Moskau braucht einen Waffengeklirr. Aber nur die Hauptstadt Russlands ist nicht der ganze Staat, und ihr Scheinglanz ist nur ein Schaufenster für den allgemeinen Verfall der Grossmacht. Nur die Schaffung einer Atmosphäre der Einigung der Nation um die Zielen des Zentrums kann den Zerfall dieser bunt gemischter Formation vorbeugen
    Der Algorithmus ist ganz einfach. Die von Russland initiierten militärpolitischen Konflikte werden durch den wirtschaftlichen Druck Moskaus ergänzt. Und hier sind nach Moskaus Vorstellung Erdöl und Gas seine Trumpfkarte. Und wir müssen beim nächsten Versuch Russlands seine hypothetischen Vorteile zu demonstrieren präsent zu sein. Eben dies fühlen wir jetzt in den halbkalten europäischen Staaten, ohne Rücksicht auf die unbegründeten Behauptungen.

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