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G8 Gipfel – Klimaschutz

Die Hälfte weniger bis zur Mitte des Jahrhunderts

Die wichtigsten Industriestaaten haben sich zu dem Ziel bekannt, die klimaschädlichen Treibhausgase bis zum Jahr 2050 zu halbieren.
Mit dieser gemeinsamen Position wollen die G8 in die Verhandlungen für ein Nachfolgeabkommen zum Kyotoprotokoll gehen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem deutlichen Fortschritt für den Klimaschutz.

Mit ihrer neuen Einigung gehen die acht Staats- und Regierungschefs über die im vergangenen Jahr getroffenen Vereinbarungen von Heiligendamm hinaus.
Dort hatten sich die sieben größten Industriestaaten und Russland unter deutschem Vorsitz darauf verständigt, „ernsthaft zu prüfen“, ob eine Halbierung der CO2-Emissionen bis 2050 möglich ist.

Beim Klimaschutz die Führungsrolle übernehmen

Mit dem neuerlichen Beschluss versprachen jetzt erstmals auch die USA, ihre Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren.
Nun geht es darum, Schwellenländer wie China und Indien einzubinden. „Wir können den Anstieg der Temperaturen nicht mehr allein stoppen, sondern wir brauchen alle Anstrengungen“, betonte Merkel im japanischen Hokkaido.

Auf der zweitgrößten Insel Japans beraten die G8 noch bis zum Mittwoch über Klimaschutz, Nahrungs- und Energieversorgung sowie über die Entwicklung des afrikanischen Kontinents. Zum Dialog mit den Schwellenländern besteht morgen Gelegenheit, wenn der im vergangenen Jahr gestartete Heiligendamm-Prozess die Gipfeltagesordnung bestimmt. Die Kanzlerin betonte bereits im Vorfeld der Gespräche mit den Regierungen dieser Länder, dass die Industriestaaten eine größere Verantwortung trüfen, ambitionierte Klimaziele aufzustellen.

Mit dem vereinbarten Klimaziel wollen die G8 in die Verhandlungen über das nächste Klimaabkommen Ende 2009 in Kopenhagen gehen.
Die Verhandlungen laufen unter dem Dach der Vereinten Nationen. Merkel sprach von einer „klaren Verpflichtung“, auf der Klimakonferenz einen Abschluss zu erreichen.

Schritt für Schritt gemeinsam zum Klimaziel

Gleichzeitig mahnt die Bundeskanzlerin zur Geduld: Bis zu einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen werde es „noch viele harte Verhandlungen“ geben.
Denn um das langfristige Klimaziel zu erreichen, seien zunächst mittelfristige Strategien und Zwischenschritte erforderlich. Für Europa verwies Merkel hierzu auf die Klimavorgaben der Europäischen Union (EU) bis zum Jahr 2020. Diese waren ebenfalls im vergangenen Jahr und unter deutscher Präsidentschaft verabschiedet worden.

Am morgigen Mittwoch könnte ein weiterer wichtiger Schritt gelingen. Zum ersten Mal kommen dann nämlich die 16 Staats- und Regierungschefs der größten Volkswirtschaften der Welt zusammen, um über den Klimaschutz zu diskutieren. Neben den fünf Schwellenländern Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika werden Australien, Indonesien und Korea mit am Tisch sitzen.
„Das Thema ist auf der Führungsebene angekommen und da gehört es auch hin“,
zeigte sich die Kanzlerin zufrieden.

Der Klimawandel macht vor Ländergrenzen ebenso wenig Halt wie die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten.
Deshalb kann es nur eine Strategie geben, ist Merkel überzeugt:
„Wir müssen lernen, global zu denken, zu leben und zu entscheiden.“
Dabei spielten internationale Organisationen eine immer wichtigere Rolle. Was die Weltwirtschaft angeht, müssten sie aber enger zusammenarbeiten als bisher.
Die Finanzkrise habe etwa gezeigt, dass der Internationale Währungsfonds beispielsweise auch die Funktion eines Frühwarnsystems übernehmen könne.

Für transparentere Ölpreise

Energieversorgung hat viele Aspekte: vom Klimaschutz über wirtschaftliche bis zu sozialen.
Angesichts der rasant steigenden Ölpreise wollen sich die G8-Länder für mehr Transparenz bei den Förderländern einsetzen, hieß es auf Hokkaido.
Gleichzeitig will man den Bedarf drosseln: mit mehr erneuerbaren Energien und höherer Energieeffizienz. „Wir müssen weniger abhängig werden von Öl und Gas“, bekräftigte die Kanzlerin nach den Beratungen erneut.

P2News Politikredaktion

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