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Fußball gegen Krise

Wer Sorgen hat, hat auch Likör. Wilhelm Busch hat das gedichtet. Im 19. Jahrhundert gab es eben noch keinen Profi-Fußball. Der große Sport sorgt 136 Jahre nach Buschs „Frommer Helene“ für Ablenkung von Finanzkrise, Rezessions-Angst und Krankenkassen-Beiträgen. 21.500 Menschen haben gestern rund zwei Dutzend Berufs-Athleten bei ihren Freiübungen in der Düsseldorfer Arena bestaunt. Bei Schweini und Poldi, bei Jogi (Löw) und Hansi (Flick) amüsierten sie sich prächtig über den Alltag hinweg. Ein preiswertes Vergnügen. Denn der Ausflug zum Training der Nationalmannschaft kostete nur die Anreise. Was den Fans Spaß macht, hilft den Marketing-Strategen beim Deutschen Fußball-Bund. Sie profitieren von der guten Laune auf der Tribüne. Die Erwachsenen werden wieder kommen, auch wenn es dann tüchtig Geld kostet und ernsthaft um Punkte geht. Die Kinder, die den Stars ganz nah sein durften, sind die Kunden der Zukunft. Der Verzicht auf ein weiteres Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit bestimmt ganz furchtbar geheimen Spielzügen ist dafür ein lächerlich kleiner Preis. So haben beide Seiten etwas von der Aktion. Ein Geschäft mit zwei Gewinnern. Selten heutzutage.

Rheinische Post

P2News

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