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Frust in Frankreich

Es bedurfte nicht viel, dass La Villeneuve, eine Vorstadt im Süden von Grenoble, brannte. Dass die Zündschnur immer wieder so leicht entflammbar ist, ist auch Folge der französischen Städtepolitik. Die Zentren sind zu teuer für die unteren sozialen Schichten. Also sitzen sie draußen vor den Toren, häufig geradezu abgeriegelt durch eine Ringautobahn, in einst als modern betrachteten Hochhausriegeln, die inzwischen mangels Renovierung einem Hort der Verdammnis gleich kommen. Dort blüht die Kriminalität. Und die anständigen Leute leiden bei Wohnungs- oder Arbeitssuche darunter, dass sie den Herkunfts-Stempel „Banlieue“ mitschleppen. Die Polizei wird als Repräsentanz eines Staates gehasst, der sich nicht für die Belange der Ärmeren interessiert und statt dessen allem Anschein nach die Reichen begünstigt. Die Parteispenden-Affäre Bettencourt hat die Obrigkeit zusätzlich diskreditiert. Grenobles Bürgermeister hat eine Sicherheitskonferenz der Großstädte angekündigt. Dabei sind die Probleme längst bekannt. Es bedarf keiner klugen Worte, sondern Taten. Sonst entlädt sich der Frust weiter in Gewalt – heute in Grenoble und morgen andernorts.

P2News/Rheinische Post

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Ein Kommentar

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