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Freisprüche für Temposünder

Es ist ähnlich wie mit der Tabaksteuer: Mit jeder Erhöhung dieser Abgabe behauptet der Bund, er wolle einen Beitrag zur Gesundung der Bevölkerung leisten. Gleichzeitig wäre das Staatsdefizit ohne die Milliardeneinnahmen durch den Blauen Dunst noch eklatanter. So beschleicht die meisten Autofahrer das Gefühl, mit jeder neuen Geschwindigkeitsmessanlage in erster Linie einen Beitrag zur Sanierung der öffentlichen Haushalte leisten zu müssen. Dem Herforder Richter Helmut Knöner gebührt das Verdienst, das Thema Abzocke durch Radarkontrollen aus dem Dunstkreis der Stammtische in die obersten Etagen seriöser Experten transportiert zu haben. Seine ungewöhnliche Serie von Freisprüchen für Temposünder hat zum Beispiel Politiker, Juristen, Autoklubs und Verkehrsämter auf den Plan gerufen. Sie hinterfragen die derzeit die gängige Praxis der Geschwindigkeitsüberwachung. Damit hat Knöner sehr viel erreicht. Denn für Tempokontrollen vor Kindergärten, Schulen oder Krankenhäusern dürfte jeder Verkehrsteilnehmer Verständnis haben. Aber der flächendeckenden Abzocke muss ein Riegel vorgeschoben werden.

P2News/Neue Westfälische

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