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Fortsetzung von Kurzarbeit – Richtig, aber keine Dauerlösung

Länger kurzarbeiten: Diese Ankündigung von Bundesarbeitsminister Jung ist goldrichtig. Denn trotz einiger positiver Konjunktursignale steckt Deutschland noch immer in der Krise. Auf Jahressicht liegt die Wirtschaftsleistung um rund fünf Prozent unter dem Vor-Krisen-Niveau. Das kann nicht ohne Folgen für den Arbeitsmarkt bleiben.

Im Gegenteil: Hier steht das Schlimmste wohl erst noch bevor. Zwar haben sich Horrorszenarien bislang zum Glück als übertrieben erwiesen, doch erscheint ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen um eine halbe Million auf vier Millionen in den kommenden Monaten als realistisch. Kurzarbeit kann die Probleme lindern. Durch sie sind bisher schon etwa 300 000 bis 400 000 Vollzeit-Stellen erhalten worden.

Langfristig ist das Modell Kurzarbeit indessen untauglich. Denn es handelt sich erstens um eine Subvention, die viel Geld kostet. Und zweitens könnten Firmen dazu verführt werden, notwendige Anpassungen zu verschieben. Wer einen Strukturwandel verpasst, ist aber ein unsicherer Arbeitgeber und damit am Ende keine Ent- sondern eine Belastung für den Arbeitsmarkt. Zur Bewältigung der Krise müssen deshalb verstärkt auch andere Möglichkeiten genutzt werden, wie etwa Arbeitszeitkonten oder Teilzeitbeschäftigung.

P2News/Neue Osnabrücker Zeitung

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