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Finanzmarktkrise: Schritte für eine globale Wirtschaftsordnung

Der Weltfinanzgipfel in Washington ist nach Überzeugung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer „sehr substanziellen“ Vereinbarung zu Ende gegangen. Angestrebt werde eine stärkere Berechenbarkeit der Märkte, betonte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück – und damit letztlich mehr Sicherheit und Stabilität.

In den nächsten 100 Tagen wollen die Teilnehmerstaaten an die 50 Sofortmaßnahmen ergreifen, berichteten Merkel und Steinbrück nach dem Treffen.

Wirksamere Kontrolle der Finanzwelt

Die Finanzminister der Teilnehmerstaaten seien beauftragt worden, diese Maßnahmen umzusetzen: Das Papier, das die zwei Dutzend Staats- und Regierungschefs sowie die Vertreter internationaler Organisationen verabschiedeten, sieht vor allem eine wirksamere Überwachung der Finanzwelt vor. Es dürfe keine unkontrollierten Märkte, Marktteilnehmer und Produkte mehr auf der Welt geben, stellte die Kanzlerin fest.

Zweitens wollen die G20-Staaten eine gemeinsame, abgestimmte Antwort auf die wirtschaftlichen Herausforderungen geben, die die Finanzkrise mit sich bringt. So soll die Weltbank in die Lage versetzt werden, mit Programmen gerade den Schwellen- und Entwicklungsländern zu helfen, wichtige Investitionsvorhaben zu sichern.

Auch diese Länder leiden unter einer schwierigen Kreditsituation. „Wir müssen alles dafür tun, dass das Wachstum weltweit belebt werden kann oder zumindest nicht zu weit fällt“, sagte die Kanzlerin. Deutschland habe als Exportnation ein besonderes Interesse daran, dass die Weltwirtschaft wieder in Gang komme.

Ziel: Globale Aufsicht über die Märkte

Ferner sprachen sich die Staats- und Regierungschefs entschieden gegen die Abschottung der Märkte und neuen Protektionismus aus. „Wir werden alles daran setzen, bis zum Jahresende die anstehenden Probleme bei der Doha-Wellhandelsrunde noch zu lösen“, erklärte Merkel.

Die Vereinbarung bedeutet nach den Worten der Kanzlerin einen wichtigen Schritt hin zu einer „globalen Wirtschaftsordnung“ und einer globalen Aufsicht über die Märkte: und damit eine „internationale Dimension der Sozialen Marktwirtschaft“, so die Kanzlerin.

Bereits vor den letzten Gesprächsrunden in Washington hatte Merkel betont, es dürfe auf den internationalen Finanzmärkten keine „blinden Flecken“ ohne Aufsicht geben.

Konkrete Vorschläge aus Deutschland

Merkel und Steinbrück waren gut vorbereitet zum Finanzgipfel gefahren. Eine Expertengruppe um den Ökonomen Otmar Issing hatte der Bundesregierung fundierte Vorschläge mit auf den Weg nach Washington gegeben. Diese reichten von einer Risikoweltkarte („Risk Map“) über veränderte Anreizsysteme für Manager bis zu einem internationalen Kreditregister.

In ihrer Ausarbeitung kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass bessere Regeln für die Märkte ebenso wichtig sind wie staatliches Engagement für niedrige Zinsen und höhere Liquidität.

P2News

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