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Finanzkrise: Banken – Unternehmen – Kommentar

50-mal Opel muss reichen

Die Lage ist so dramatisch wie skurril: Während die Kanzlerin über eine Staatsbürgschaft von einer Milliarde für Opel verhandelt, teilt der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate eher beiläufig mit, dass das 50-Milliarden-Hilfspaket von Staat und Finanzbranche nicht zum Überleben des Instituts reichen wird.

Wenn es bei einer Milliarde für Opel bliebe, müsste die Politik erklären, warum ihr die Rettung einer Bank, deren Geschäft kaum ein Normalbürger versteht, den 50-fachen Betrag oder sogar mehr wert ist. Wahrscheinlich würde dabei herauskommen, dass der Staat auf Institute wie die Hypo Real Estate angewiesen ist. Schließlich sorgen Geldgeber wie sie dafür, dass er trotz hoher Verschuldung weiterhin neue Rat- und Krankenhäuser, Schulen und Gefängnisse bauen kann.

Das darf jedoch nicht zu einer unbegrenzten staatlichen Überlebensgarantie für den DAX-Konzern führen. 50-mal Opel-Rettung muss auch für die Hypo Real Estate reichen. Wenn die Bank keine besseren Wege findet, als sich zur Finanzierung langfristig angelegter staatlicher Infrastrukturprojekte kurzfristig Geld zu leihen (an das sie derzeit nicht kommt), trägt weder ihr Geschäftsmodell noch die Schuldenmacherei ihrer Auftraggeber. Dann ist Umdenken angesagt – bei Banken wie in der Politik.

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