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Finanzinvestor: Wir haben Märklin unterschätzt

Der Märklin-Investor Kingsbridge Capital hat in einem Interview mit dem Handelsblatt eigene Fehler eingeräumt, gleichzeitig aber auch Vorwürfe gegen Banken, Unternehmensberater und den Insolvenzverwalter erhoben. „Ich glaube, wir haben die Tiefe unterschätzt, mit der dieses Unternehmen saniert werden muss“, sagte Kingsbridge-Geschäftsführer Mathias Hink in dem Interview. In diesem Zusammenhang kritisierte der Fondsmanager die Berater von Alix Partners, die Kingsbridge für die Sanierung von Märklin engagiert hatte. Hink: „Wir sind mit der Beratungsleistung nicht zufrieden“. Man sei einer fehlerhaften, zu optimistischen Unternehmensanalyse aufgesessen. „Der Zustand von Märklin im Jahr 2006 war viel schlechter, als er uns dargestellt wurde“, sagte Hink. Alix Partners habe für seine Tätigkeit bei Märklin insgesamt 7,9 Millionen Euro erhalten.

Märklin, das schwäbische Traditionsunternehmen, das 2009 eigentlich seinen 150. Geburtstag feiern wollte, hatte am 4. Februar Insolvenz angemeldet. Kingsbridge Capital hatte Märklin 2006 gemeinsam mit Goldman Sachs von den damaligen Familienbesitzern erworben und drei Anläufe zur Sanierung unternommen. Nach Angaben von Hink investierten die beiden Finanzinvestoren zwischen 2006 und 2008 insgesamt 61 Millionen Euro in Märklin. Diese müssten nun weitgehend abgeschrieben werden.

Laut Hink war Kingsbridge auch 2009 noch bereit, zusätzliches Geld für Märklin aufzubringen. Dieser Plan sei jedoch von den Hausbanken des Unternehmens, der Landesbank Baden-Württemberg und der Kreissparkasse Göppingen durchkreuzt worden. „Die Banken haben Ende Januar die Konten eingefroren, obwohl noch 3,5 Millionen Euro vorhanden waren“, sagte Hink. Dabei hätten die Parteien eigentlich vereinbart, das weitere Vorgehen von einem Sanierungsgutachten von KPMG abhängig zu machen, das zwei Wochen später fertig werden sollte. Hink kritisierte zudem das aggressive Verhalten des Insolvenzverwalters Michael Pluta, mit dem dieser letztlich das Unternehmen Märklin schwäche.

Der Kingsbridge-Manager räumte aber auch eigene Fehler ein. So sei Märklin bis heute nicht in der Lage, zu sagen, welche Modelle bei welchen Stückzahlen Gewinn oder Verlust bringen. „Wir müssen heute feststellen, dass die Beratungs- und Sanierungsinstrumente, die wir eingesetzt haben, am Ende nicht ausgereicht haben“, sagte Hink. „Märklin ist ein ganz spezielles Unternehmen, mit einer eigenen, schwierigen Kultur. Das haben wir unterschätzt.“

P2News

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