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Fall Out Boy mit neuer Single

Während er gerade im Begriff war, die Bühne zu überqueren, um den MTV2-Award für „Sugar, We’re Going Down“ in Empfang zu nehmen, hatte Pete Wentz, seines Zeichens Bassist und Textschmied von Fall Out Boy, nur einen einzigen Gedanken im Kopf: „Bloß nicht das F-Wort benutzen.“ Kurze Zeit später wurde seine Band, die ursprünglich aus einem Vorort von Chicago stammt, für einen Grammy in der Kategorie „Best New Artist“ nominiert. Doch damit nicht genug: Fall Out Boy haben bereits drei Teen Choice Awards gewonnen, und das Video zu „Dance, Dance“ wurde bei den MTV Video Music Awards in der Kategorie „Best Group Video“ nominiert und letztlich mit dem „Viewer’s Choice“-Award ausgezeichnet.

Trotz der besagten Auszeichnungen, sind die vier Bandmitglieder bis heute ihren Leisten bzw. ihren Wurzeln treu geblieben – was jedoch keinesfalls heißen soll, dass sie sich nicht verändert oder weiterentwickelt hätten. Sie machen schlichtweg noch immer (nur) diejenige Musik, die ihnen etwas bedeutet, die sie selbst hören wollen. Was auch impliziert, dass musikalische Trends keinerlei Einfluss auf ihren Sound haben. Geld und Ruhm waren weder die Antriebskraft noch geplant, und so verwundert es kaum, dass sich Fall Out Boy noch immer nicht an die überschwänglichen Reaktionen gewöhnt haben. „Für mich hat Musik nichts mit einer Karriere zu tun“, berichtet Wentz. „Zumindest denke ich das solange, bis irgendeine Sache mir wieder einmal das Gegenteil beweist.“ Nach einem Beispiel gefragt, verweist er schlichtweg auf die unzähligen Fans, die ihn mit Geschrei begrüßen, sobald er die Bühne betritt…

So würden die selbsternannten „Nerds“ laut eigener Aussage ebenso fokussiert an ihrem Sound arbeiten, wenn sie nach wie vor nur eine Handvoll Fans hätten. Fünf oder 5000 Leute im Publikum seien kein Unterschied, so der Bandtenor. „Je mehr man sich darauf konzentriert, es allen recht zu machen, desto unwahrscheinlicher wird es, dass man überhaupt jemandem gefällt“, ergänzt Patrick Vaughn Stump, der Sänger und Gitarrist der Band. Stump, vielleicht das zurückgelehnteste und ausgeglichenste Bandmitglied (abgesehen vom Schlagzeug-Veganer Andy Hurley), kann es nicht ausstehen, wenn Bands der Erfolg wichtiger wird als die Kunst: „Wenn man mir drei Millionen Dollar in die Hand drücken würde, mit denen ich tun und lassen kann, was ich will, dann würde ich so ausgiebig Musik-Equipment einkaufen, bis die komplette Summe aufgebraucht wäre.“

Auch war der Erfolg ihres Hit-Albums From Under The Cork Tree alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Anstatt sich jedoch auf den unerwarteten Lorbeeren auszuruhen, haben sich Fall Out Boy trotz eines überaus dichten Tourplans – sie haben laut eigener Aussage über 1000 Konzerte in den vergangenen Jahren gespielt – sofort dazu entschlossen, wieder ins Studio zu gehen, um an der nächsten Platte zu arbeiten. Das Ergebnis ist ihr insgesamt viertes Album, Infinity on High. „Wenn man die Songs so oder so schon hat, warum dann nicht ins Studio gehen und sie aufnehmen?“, so Wentz’ einleuchtende Frage. Letztlich ist es Stump, der die produktive Veranlagung seiner Band am treffendsten beschreibt: „Fuck down time“, so seine Antwort auf die Frage, ob er nicht auch mal eine Pause machen wolle…

Den Albumtitel Infinity on High hat Wentz aus einem Brief entliehen, den Vincent van Gogh im Jahr 1888 an seinen Bruder geschrieben hat. In besagtem Brief beschreibt Van Gogh einen kreativen Energieschub, verursacht durch einen Gesundheitsbericht, der ihm kurze Zeit zuvor attestiert wurde. Insbesondere die Zeile, „Be clearly aware of the stars and infinity on high/Then life seems almost enchanted after all“, hatte es dem Bassisten dermaßen angetan, dass er nicht anders konnte, als den Titel daraus abzuleiten.

Ihre erste Singleauskopplung, „This Ain’t a Scene, It’s an Arms Race“, wirft ein ironisches Licht auf „die Art und Weise, wie süchtig und besessen wir von neuen Kunstformen und Kulturen sind“, erläutert Wentz. Die Hook des Songs ist eine leidenschaftliche Punk-Ansage, gepaart mit nachdrücklich präsentierten Strophen, die einen fast schon auf die Tanzfläche zwingen –, und die Wentz (ebenfalls äußerst treffend) als „ein bisschen Funk aus den Siebzigern, vermischt mit Take This to Your Grave“ (2003) beschreibt. Nachdem Fall Out Boy die Single erstmalig im Rahmen der American Music Awards präsentiert hatten, erstürmte der Song im Handumdrehen die Billboard-Pop-100 Airplay-Charts.

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