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Expertengruppe fordert Risikolandkarte für Finanzmärkte

Eine Finanzkrise wie die jüngste darf sich nicht wiederholen. Fachleute halten dafür nicht mehr, aber intelligenter vernetzte Informationen für erforderlich.

Zwei Monate vor dem nächsten Weltfinanzgipfel hat die Expertengruppe „Neue Finanzarchitektur“ der Bundesregierung Handlungsempfehlungen für eine neue internationale Finanzarchitektur vorgelegt.

Unter anderem schlagen die Fachleute um den Wirtschaftswissenschaftler Professor Otmar Issing eine „Global Risk Map“ vor. Im Verbund mit einem international öffentlichen zugänglichen Kreditregister sollen damit globale wirtschaftliche Risiken schneller erkennbar werden. Grenzüberschreitende Transaktionen und Verflechtungen würden transparenter.

Ferner plädieren die Expertinnen und Experten dafür, Hedge Fonds und Ratingagenturen wirksamer zu überwachen. Die Urteile der Agenturen über große Unternehmen müssten wieder verlässlicher werden, heißt es in dem Bericht.

Internationalen Organisationen wie den Internationalen Währungsfonds wollen die Ökonomen bei der Errichtung eines Frühwarnsystems eine stärkere Rolle zuweisen. Daran sollen auch die Schwellenländer stärker als bisher mitwirken.

Für den ersten G20-Finanzfipfel vergangenen November in Washington hatte die deutsche Expertengruppe ein Papier erarbeitet, das zunächst Ursachen der Finanzkrise umfassend analysierte.

Expertenvorschläge fließen in den G20-Prozess ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück begrüßten die neuen Vorschläge der Issing-Kommission. Sie kündigten an, diese ebenfalls beim Vorbereitungstreffen für den G-20-Gipfel mit den europäischen Partnern erörtern zu wollen.

Für den 22. Februar hat die Kanzlerin die europäischen G20-Partner nach Berlin eingeladen.

Mehr als Krisenmanagement erforderlich

Merkel warnte: Bei aller Konzentration auf die Überwindung der aktuellen Wirtschaftskrise dürften langfristig zu lösende Fragen für die Finanzmärkte nicht auf der Strecke bleiben. Zwar stünden die Zeichen international derzeit auf Reform. Die grundsätzliche Bereitschaft für ein hohes Maß an Transparenz gelte es allerdings erst noch zu erarbeiten.

Seit dem Washingtoner Gipfel im November hätten die dort eingesetzten Arbeitsgruppen indes sehr intensiv gearbeitet, berichtete der Bundesfinanzminister. Wie Merkel stellt auch er ein starkes Engagement der neuen US-Regierung fest. So sei aus den USA etwa ein „sehr klarer Impuls für die direkte Regulierung von Hedge-Fonds“ festzustellen.

Charta für gemeinsames Wirtschaften

Die Bundeskanzlerin hatte bereits in der vergangenen Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos für eine neue globale Finanzarchitektur mit wirksamen Institutionen geworben. Merkel schlug eine „Charta des gemeinsamen Wirtschaftens“ vor. Darin solle die internationale Staatengemeinschaft unter dem Dach der Vereinten Nationen verbindliche Regeln für das gemeinsame Wirtschaften aufstellen.

Die Chefs der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Welthandelsorganisation (WTO), des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank unterstützen diese Forderung. Die Marktwirtschaft sei „Garant für wirtschaftliches Wachstum“, hieß es nach einem Treffen vergangene Woche in Berlin. Sie brauche jedoch Regeln, die Marktexzesse verhindern und künftigen Krisen entgegenwirken. Solche Regeln könne die internationale Staatengemeinschaft nur gemeinsam entwickeln, waren sich die Experten mit der Kanzlerin einig.

P2News

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